Unzufrieden im Job? Wie Du Deine Soulful Steps in die richtige Richtung findest.

Wöchentlich verbringen wir mehr Zeit mit unserer Arbeit als mit unseren Lebenspartner:innen, mit unseren Kindern oder Haustieren – Urlaub ausgenommen. Sind wir unzufrieden, so bedeutet dies Tag ein, Tag aus, belastende Stunden. Haben wir erst einmal verstanden, dass es vielleicht wirklich Zeit für eine Veränderung ist, so wählen die meisten von uns eine ähnliche Strategie: Die schnelle Suche nach aktuellen Stellenanzeigen, um dort hoffentlich die passende Erlösung zu finden. Warum dies jedoch nicht zu langfristiger Zufriedenheit führt und deshalb keine nachhaltige Lösung ist – und was Du stattdessen tun kannst – erfährst Du in diesem Artikel.
Photo by Felipe Correia on Unsplash
von Charlotte Clarke, 4. Oktober 2022 07:52

Dieser Gastartikel wurde verfasst von Kerstin Schachinger (skill tree by Kerstin).


Wenn wir schon morgens kaum aus dem Bett kommen, tagsüber Angst vor schwierigen Situationen haben, abends keinen Weg aus dem Stresskarussell mehr sehen oder unsere Arbeit generell konträr zu unseren Werten steht und dieser Spagat für uns viel Kopf- und Herzzerbrechen bedeutet, könnte es Zeit für eine berufliche Veränderung sein. Das erste, wozu wir dann angesichts dieser Erkenntnis oftmals neigen, ist die Suche nach einem schnellen Ausweg bzw. nach Stellenanzeigen.
 

Dein aktueller Blick in die verfügbaren Stellenanzeigen ist ein Tunnelblick.

Was passiert, wenn Du aus Deiner aktuellen Unzufriedenheit heraus durch Stellenanzeigen scrollst? Wahrscheinlich scannst Du diese nach bekannten Begriffen, wo Du Dich wiederentdeckst. Gleichzeitig kommt jedoch ein zwackendes Gefühl in Dir hoch: Willst Du wirklich wieder in dieser Rolle arbeiten?

Genau hier liegt die Crux, wenn wir uns in dieser Phase bereits mit Stellenanzeigen befassen. Wir haben – ganz logisch – einen Tunnelblick. Möglichst schnell suchen wir nach einer »Erlösung« und gleichzeitig fallen uns stets nur bekannte Begriffe ins Auge und so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass vor allem eines passiert: Wir reproduzieren unseren bisherigen Lebenslauf. Nun die Frage an Dich: Möchtest Du das denn?

Falls ja, dann ist alles wunderbar. Vielleicht hast Du festgestellt, dass Du genau in dieser Rolle total happy bist, Deine Stärken unmittelbar zum Einsatz kommen und Du einfach »nur« in einer anderen Branche arbeiten möchtest und suchst nun nach genau diesem Job. Vielleicht hast Du auch festgestellt, dass Du in diesem Team nicht langfristig bleiben möchtest, jedoch genau diese Tätigkeit liebend gerne weiter ausführen möchtest und sie genau Deinen Werten entspricht. 

Doch was, wenn Deine Unzufriedenheit auf einer tieferen Ebene liegt, die Du aktuell noch gar nicht genau benennen kannst? Was, wenn es ein anderes Rädchen ist, an dem Du drehen kannst und mit dem Du vorsorgst, im nächsten Job nicht wieder an denselben Punkt zu kommen?
 

Soulful Step 1: Ein Update Deiner Bedürfnisse erstellen.

Wenn wir feststellen, dass sich etwas unrund anfühlt, kommt meist das Bedürfnis nach Veränderung. Mit einigen Jahren Lebenserfahrung wissen wir jedoch: Veränderungen brauchen Energie und Zeit. So leichtfertig hüpfen wir deshalb nicht mehr von einem zum nächsten Job. Umso wichtiger ist es in dieser Zeit, ein »Update« Deiner Bedürfnisse zu machen. Vielleicht erzählst Du Dir noch immer dieselbe Geschichte, wie Du Dir Deinen Berufsweg vorstellst, wie seit Jahren – Deine Lebenssituation hat sich jedoch geändert. Das ist okay, Du fängst deshalb nicht bei null an. 

Was Du jedoch brauchst, bevor Du Stellenanzeigen durchscrollst: Ein aktualisiertes Bild Deiner Zukunftsvorstellungen und Deiner Bedürfnisse für Deinen Arbeitsalltag.

Alles alleine schaffen zu wollen ist strategisch unklug – und widerspricht Deinem Bedürfnis nach Verbindung.

Du denkst, nur, wenn Du etwas allein machst, darfst Du es als Erfolg verbuchen? Herzlich willkommen im Club. Auch ich bin so aufgewachsen und meine Schullaufbahn hat Teamwork keineswegs so stark gefördert, als dass sich das geändert hätte – ganz im Gegenteil. Nun zeigt sich das jenseits der Dreißiger als eine der stärksten Blockaden, wenn es um den Umgang mit Herausforderungen geht. Viele von uns sind nun nicht mehr in Communities aus Gleichgesinnten eingebettet, die – wie vielleicht im Studium – gemeinsam Probleme lösen (bei uns war das jedoch selbst an der Uni kaum der Fall). Stehen wir dann vor einer Herausforderung, so kann schnell der Eindruck entstehen: »Nur Du hast dieses Problem, sonst niemand und alle anderen kennen die Lösung.«

Das war eine der Stimmen in meinem Kopf, die sich viele Jahre lang ganz laut geäußert hat. Als ich mich selbstständig machen wollte, merkte ich schnell: So komme ich nicht weiter, zu viele Baustellen taten sich auf einmal auf. Doch meine Vision war stark und mein Wunsch größer als meine Angst. Nur dann, wenn wir unsere Scham überwinden, uns trauen, Fragen zu stellen und um Unterstützung zu bitten, können wir jene Herausforderungen meistern, die uns aktuell noch von unserem Traumjob und -leben abhalten. Zuerst habe ich das in meiner eigenen Entwicklung beobachtet, mittlerweile sehe ich diese Parallele bei allen Menschen, mit denen ich zusammenarbeite: Mit dem Bedürfnis, alles allein schaffen zu wollen, stehen wir uns selbst im Weg. 

Es ist schlicht strategisch unklug, zu glauben, wir könnten mit genug Energieaufwand alle Fragen allein klären, die Expert:innen in einer Vielzahl von Büchern, Kursen und Ausbildungen aufgearbeitet haben. Wir dürfen uns erlauben, uns an der einen oder anderen Stelle Unterstützung zu holen – das steht in keinem Widerspruch zu der Arbeit, die Du leistest und auf die Du stolz sein darfst. Und zu allem Überfluss steht diese Herangehensweise, alles allein schaffen zu wollen, in einem starken Gegensatz zu etwas, was wir uns – wenn wir tiefer gehen – eigentlich wünschen: Verbindung.
 

Photo by Helena Lopes on Unsplash

Soulful Step 2: Eine stärkende Community aus Gleichgesinnten finden.

Genau aus diesem Grund sind Menschen immer wieder enttäuscht, die sich überwinden, ihre Herausforderungen mit einer Person in einer Einzelberatung zu teilen (»Ich hab doch schon ein Coaching probiert.«) – und dann keine unmittelbaren Ergebnisse sehen: Weil wir in Veränderungsphasen mehr Energie brauchen als sonst und es somit mehr als einen Baumstamm braucht, an welchen wir uns anlehnen können. Wenn es uns gelingt, uns einer ganzen Community von Gleichgesinnten zu öffnen und uns von verschiedenen Seiten stärken und ermutigen zu lassen, sind wir nachhaltig und langfristig auf einem erfolgreichen Weg.

Eine Ecosia-Suche nach einem »Job mit Sinn« bringt Dich nicht zum Ziel.

Immer mehr Menschen wünschen sich Purpose – Sinnstiftung – in ihrem Job. Wir leben in einer Welt, die täglich mit frustrierenden Nachrichten konfrontiert ist. Es ist schwer geworden, wegzusehen, manche von uns haben das noch nie so richtig gemacht und sind nun selten überrascht von den derzeitigen Ergebnissen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es sich nicht gut anfühlt, ohnmächtig zu sein. Immer mehr Menschen wollen einen Beitrag leisten zu einer schöneren, hoffnungsvolleren Welt und vielen geht die Energie aus, all das in einem ehrenamtlichen Engagement umzusetzen. So ging es auch mir, weshalb ich 2019 beschlossen habe, nicht noch ein »Projekt« zu starten, sondern endlich Berufliches mit Sinnstiftung zu verbinden und skill tree by Kerstin gegründet habe.

Auf der Suche nach einem Job mit Sinn finden wir mittlerweile viele Unterstützungsmöglichkeiten. Es gibt Plattformen wie NachhaltigeJobs.de, wo gesammelt sinnstiftende Berufe im Umweltbereich zu finden sind. Trotzdem bringt Dich eine Ecosia-Suche mit den Suchbegriffen »Job mit Sinn« nicht an Dein Ziel, wenn Du nicht benennen kannst, was Sinnstiftung für Dich persönlich bedeutet. Denn – und das vergessen viele von uns – Sinnstiftung im Außen ist nicht gleichzusetzen mit Sinnstiftung im Innen. An einer Supermarktkasse zu arbeiten kann jemanden mit genauso viel Zufriedenheit und Selbstwirksamkeit erfüllen (#systemrelevanz), wie täglich in einem Operationssaal zu stehen. Beide Jobs sind jedoch nicht unbedingt zu finden, wenn wir im Internet nach einem »Job mit Sinn« suchen. 


Soulful Step 3: Benennen, was Sinnstiftung für Dich persönlich bedeutet.

Möchtest Du also Deine Soulful Steps in Deine individuell passende Richtung finden, so gehört die Beschäftigung mit Dir als Person an die erste Stelle. Auch, wenn sich das vielleicht ungewöhnlich oder gar egoistisch anfühlt: Solange Du nicht genau weißt, wohin Du gehen möchtest, was zu Deinen persönlichen Stärken zählt und welche Richtung Du Dich beruflich und in Deinem Lebensweg entwickeln möchtest, wird es schwierig, innere Klarheit zu spüren. Dazu gehört, sich auf einen Prozess einzulassen, am besten in einem Umfeld, wo wir uns sicher fühlen. Auch, wenn das nicht an allen Stationen leicht ist: Es lohnt sich. Sowas von.
 

Hier gibt es den kostenlosen Soulful Steps Wegweiser inkl. Audiokurs zum Herunterladen.


Potenzialentdeckerin Kerstin Schachinger; Foto ©: Lieblingslicht 2020

Über Kerstin

Kerstin Schachinger unterstützt als Business Coach und Potenzialentdeckerin Menschen in beruflichen Orientierungsphasen. 2019 hat sie dafür ihre eigene Marke skill tree by Kerstin gegründet, um mit dem Ansatz der Stärkenorientierung verborgene Schätze sichtbar zu machen. Mit ihr kannst Du Deinen persönlichen skill tree gestalten, Blockaden überwinden und den Mut entwickeln, das zu tun, was Dich erfüllt. Mehr Infos findest du auf der Website von skill tree.

Inhalt
  • Dein aktueller Blick in die verfügbaren Stellenanzeigen ist ein Tunnelblick.
  • Soulful Step 1: Ein Update Deiner Bedürfnisse erstellen.
  • Soulful Step 2: Eine stärkende Community aus Gleichgesinnten finden.
  • Soulful Step 3: Benennen, was Sinnstiftung für Dich persönlich bedeutet.
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