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Proaktive Jobsuche

Die Netzwerk-Mindmap: Mit diesem wertvollen Tool entdeckst du ganz leicht bislang verborgene Job-Perspektiven

von Charlotte Clarke, 16. August 2022 07:02
Das gute alte Vitamin B - für die Jobsuche enorm hilfreich. Du denkst, die richtigen Kontakte haben nur die anderen? Weit gefehlt! In diesem Falle hast du das Potential deines bereits vorhandenen privaten Umfelds noch nicht richtig ausgeschöpft. Mit der Netzwerk-Mindmap als Tool entdeckst du garantiert berufliche Möglichkeiten und Türöffner:innen, von denen du bislang nichts wusstest. Alles, was du brauchst: Ein leeres Blatt Papier. Und es ist ganz easy: Du musst nichts weiter tun, als mit Menschen zu sprechen, die du bereits kennst.

Du bist gerade auf der Suche nach einem Job mit Sinn? Damit bist du nicht alleine. Auch wenn es definitiv positiv ist, dass sich immer mehr Menschen bewusst dafür entscheiden, mit ihrer Karriere einen positiven Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten, kann dies auf individueller Ebene logischerweise dazu führen, dass auf Stellen im Impact Sektor eine hohe Anzahl an Bewerbungen eingehen. Besonders im Non-Profit-Bereich ist die Konkurrenz oftmals sehr groß und dementsprechend frustrierend kann es sein, viele Absagen zu erhalten. Zum Glück gibt es einfache und zugleich äußerst hilfreiche Tools, mit denen u.a. an Jobs kommst, die (noch) gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden. Ein besonders effektives Tool ist die Netzwerk-Mindmap. Wie diese funktioniert, hat uns Dr. Antje Schultheis, Coach und Expertin für den gemeinnützigen Arbeitsmarkt, verraten.

Der verflixte »verdeckte« Arbeitsmarkt

Zudem ist insbesondere im gemeinnützigen Sektor, wo viele Stellen projektbasiert und die Bewerbungsprozesse verhältnismäßig weniger stark standardisiert sind, der sog. »verdeckte Arbeitsmarkt« besonders groß - das heißt der Anteil der Stellen, der gar nicht erst öffentlich ausgeschrieben, sondern über andere Kanäle vergeben wird.

Die gute Nachricht: Zugang zum verdeckten Arbeitsmarkt kann jede:r erhalten, die/der die richtige Strategie kennt. Der Kern dieser Strategie: Die Sache selbst in die Hand nehmen und sich initiativ bewerben. Bei einer Initiativbewerbung bewirbst du dich zwar auf eine spezifische Position/Tätigkeit, aber nicht auf eine (öffentliche) Stellenausschreibung. Dies setzt eine intensive Vorbereitung voraus und ist dadurch in aller Regel zeitaufwändiger, verspricht aber deutlich höhere Erfolgschancen. Denn bei einer Initiativbewerbung hast du - im Idealfall - keine Konkurrent:innen!

Wann eine Initiativbewerbung erfolgreich ist

Über den Erfolg einer Initiativbewerbung entscheidet maßgeblich, wie gut deine Informationslage über (künftige) Personalbedarfe deines Wunsch-Arbeitgebers ist: Geht bald ein:e Mitarbeitende in Elternzeit oder Rente? Wird in Kürze ein neues Projekt gestartet, für das Personal benötigt wird? Ist die Arbeitsbelastung in einer Abteilung gerade sehr hoch und Verstärkung notwendig? Wenn deine Initiativbewerbung genau zum richtigen Zeitpunkt eingeht und du mit deinen Qualifikationen eine vorhandene Lücke schließt, kannst du einen Volltreffer landen.

Doch wie kommst du an diese Insider-Informationen? Natürlich kannst du einfach direkt mit deinem Wunsch-Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und dich erkundigen. Das ist auch eine völlig legitime Vorgehensweise. Aber viel erfolgversprechender ist es, wenn dir jemand die “Tür öffnen” und einen passenden Kontakt in die Organisation herstellen kann.

Die Netzwerk-Mindmap: Wertvolle Kontakte identifizieren

Dafür kommt nun dein Freundes- und Bekanntenkreis ins Spiel. Denn jede:r Mensch in deinem privaten Umfeld hat ein potenziell wertvolles Netzwerk und wenn du die Netzwerke verschiedener Menschen zusammen bringst, entsteht ein riesiger Strauß an Ideen, Kontakten und Möglichkeiten ungeahnten Ausmaßes, die du bislang überhaupt nicht auf dem Schirm hattest.

Und so geht es: Nimm dir ein großes Blatt Papier (z.B. im A3-Format) und schreibe in die Mitte ein Schlagwort, das den Kern deines Traumjobs wiedergibt: Etwa eine konkrete Tätigkeitsbezeichnung oder ein Themenbereich, z.B. »Nachhaltigkeits-Referent:in«, »Diversity« oder »Tierschutz«.

Mit diesem Blatt Papier machst du die Runde: Bei deiner Familie, deinen Freund:innen und Bekannten, deinem Sportverein, (ehemaligen) Kommiliton:innen usw. Bitte jede:n darum, dieses Blatt um mind. einen Namen eines potentiellen Arbeitgebers zu bereichern, der ihm/ihr in Bezug zu deiner Wunsch-Tätigkeit einfällt. Ganz wichtig: Falls der/dem Ideengeber:in eine Person bekannt ist, die bei diesem Arbeitgeber tätig ist (oder war) oder einen Menschen kennt, der jemanden kennt, die/der dort arbeitet (you know what I mean) - sollte dieser Name unbedingt mit auf’s Blatt!

Vielleicht hat dein:e Kommiliton:in ja mal ein Praktikum bei einer NGO gemacht? Oder dein Onkel dritten Grades hat Geschäftspartner:innen bei einem nachhaltigen Unternehmen? Oder der Freund der Tochter deiner Physiotherapeut:in hat gerade ein Social Startup gegründet, das noch Team-Mitglieder sucht? Du wirst es kaum für möglich halten, wie weit das Beziehungsgeflecht deines privaten Bekanntenkreises reicht - man muss nur fragen!

Auch wenn keine Kontaktperson zu einem Eintrag bekannt ist, werden dir so evtl. in Frage kommende Arbeitgeber aufgezeigt, an die du noch gar nicht gedacht hattest. Und vielleicht fällt ja einer/einem der nächsten Ideengeber:innen dazu ein Kontakt ein!

Wichtig: Notiere dir später bei jedem Eintrag den Namen der Person, die dir diesen Hinweis gegeben hat, damit du ggf. später darauf zurückkommen kannst!

Falls du mehrere Menschen kennst, die derzeit auf Jobsuche sind, verabredet euch doch einfach und erstellt gemeinsam eine Netzwerk-Mindmap!

Verbindungen knüpfen

So entsteht nach und nach eine umfangreiche Mindmap mit wertvollen Kontakten, die dir die Tür zu potentiellen Arbeitgebern öffnen können. Bei der ersten Kontaktaufnahme solltest du natürlich auf den Menschen verweisen, der dir den Hinweis gegeben hat (»Ihre ehemalige Kommilitonin Lisa Müller lässt Sie übrigens herzlich grüßen…..«). Und: Persönlich ist immer besser als digital: Vielleicht lädst du die Person ja einfach mal auf einen Kaffee ein, sofern die räumliche Distanz dies zulässt.

Wichtig: Achte darauf, nicht mit der Tür ins Haus fallen: Es geht nicht darum, die Person unverblümt darum zu bitten, dir gleich einen Job klarzumachen, sondern ein informelles Gespräch zu suchen. Natürlich kannst du auch nach Einstiegsmöglichkeiten fragen, aber erstes Ziel sollte sein, möglichst viel über das Arbeitsklima in der Organisation, das Tätigkeitsprofil und die grundsätzliche Personalpolitik usw. zu erfahren. Natürlich kannst du deine Kontaktperson auch darum bitten, dir - im Falle einer Bewerbung - als Referenzgeber:in zur Verfügung zu stehen.

Weitere Strategien für die erfolgreiche Initiativbewerbung

Die Netzwerk-Mindmap ist nur eine von vielen erfolgversprechenden Strategien des pro-aktiven Netzwerkens. Zahlreiche weitere Tipps erläutern wir dir in unserem ausführlichen Artikel zum Thema »Verdeckter Arbeitsmarkt«.

Konntest du erfolgreich einen Kontakt zu deinem Wunsch-Arbeitgeber herstellen und hast dich dazu entscheiden, dich dort initiativ zu bewerben, gibt es für den Bewerbungsprozess und die -unterlagen selbst ebenfalls einige Spielregeln, die du kennen solltest. Wir verraten dir, wie die perfekte Initiativbewerbung im Impact Sektor aussieht.

Wir wünschen dir viel Erfolg beim Suchen und Finden deines Impact Jobs!

Foto © Dr. Antje Schultheis
Über unsere Expertin Dr. Antje Schultheis

Antje Schultheis, Jahrgang 1976, ist promovierte Politikwissenschaftlerin und hat in vier verschiedenen NGOs im umwelt- und entwicklungspolitischen Bereich gearbeitet, bevor sie sich mehr und mehr selbständig gemacht hat mit dem beruflichen Netzwerk Spinnennetz - ArbeitMitWirkung für und ihrer Beratungsfirma as.empowerment, mit der sie Einzelpersonen und Gruppen in ihrer beruflichen Entwicklung coacht. Privat lebt sie mit ihrer Familie sehr naturnah in Bonn und arbeitet an einem diversitätsreichen Selbstversorgergarten.


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