Die richtige Strategie ist entscheidend

Was Unternehmen benötigen, ist ein klarer strategischer Leitfaden, an dem sie sich orientieren können, entwickelt von einer Person mit hinreichender Expertise auf dem Gebiet der unternehmerischen Nachhaltigkeit. Insbesondere in größeren mittelständischen Unternehmen sind bereits  »Nachhaltigkeitsbeauftragte« (nachfolgend auch CSR-Manager genannt) beschäftigt. Sie beschäftigen sich umfassend mit dem Thema CSR und werden intern auf die Stelle vorbereitet oder extern über eine Stellenausschreibung gezielt gesucht. Nachhaltigkeitsbeauftragte aus internen Ausschreibungen haben den Vorteil, dass sie das Unternehmen bereits gut kennen und im Idealfall einen sehr guten Draht zu Vertretern der anderen Geschäftsbereiche haben. Einblicke in die verschiedenen Unternehmensbereiche und -prozesse sind wichtig für die Konzeption und Implementierung von Strategien sowie konkreten Maßnahmen.

Gerade in kleineren mittelständischen Unternehmen ist die Funktion des/der Nachhaltigkeitsbeauftragten hingegen alles andere als ein Vollzeitjob. Mangelnde Kapazitäten oder ein vergleichsweise geringer Bedarf machen die Ausschreibung einer Vollzeitstelle als Nachhaltigkeitsbeauftrage(n) nicht rentabel. Was sollen jene Unternehmen also tun? In der Praxis haben sich zwei konkrete Schritte bewährt, beginnend mit einer Initialanalyse und darauf folgend das Engagieren eines externen CSR-Managers.

Die Initialanalyse ist eine geeignete Methode, um mit geringem Aufwand vorab wichtige Fragen zu beantworten und festzustellen, ob CSR zukünftig ein fester Bestandteil des Unternehmens werden soll. Die Initialanalyse beschäftigt sich mit drei Kernthemen: sie zeigt individuelle Chancen auf, gibt Aufschluss über Potenziale und eruiert mögliche Ansatzpunkte für konkrete Maßnahmen. So lassen sich erste Tipps ableiten und auf dieser Basis im zweiten Schritt eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten. Dieser strategische Ansatz ist entscheidend, um Maßnahmen effektiv umzusetzen, klar definierte Ziele zu erreichen und letztlich den Unternehmenswert zu steigern.

Für die Durchführung der Initialanalyse sowie das mögliche weitere Vorgehen empfiehlt es sich, die Expertise eines externen CSR-Managers einzuholen. Externe CSR-Berater*innen bieten den Vorteil einer projektbasierten, zielorientierten und flexiblen Dienstleistung. Sie müssen nicht erst angelernt werden, sind auf Anhieb einsatzbereit und können je nach Geschäftslage konsultiert oder wieder abbestellt werden.

CSR-Berater*innen bieten Unternehmer*innen zudem einen differenzierteren und umfassenderen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit. Während viele Unternehmer*innen CSR mit Umweltschutz und Ressourceneinsparungen gleichsetzen, ist den zertifizierten CSR-Berater*innen die Vielseitigkeit des Themas bekannt. Das Vorurteil einiger Unternehmer*innen, Nachhaltigkeit zahle sich für sie nicht aus, rührt häufig daher, dass die soziale Dimension vernachlässigt wird. Einem Elektrotechnik-Familienbetrieb, der Probleme hatte, sowohl eigens ausgebildete Fachkräfte nach abgeschlossener Ausbildung im Betrieb zu halten als auch neue Fachkräfte für den Betrieb zu gewinnen, konnten wir helfen, indem wir verstärkt auf die soziale Dimension der Nachhaltigkeit gesetzt haben. Es wurden Optionen geschaffen, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen, flexiblere Arbeitszeiten ermöglicht und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber dem Thema CSR hat das Unternehmen nach der Implementation der Maßnahmen erste Erfolge verzeichnen können.

Zu Teil 2: CSR im Mittelstand: Mit dem »Green Team« zur maßgeschneiderten Nachhaltigkeitsstrategie


Über den Autor

Roman Link ist zertifizierter CSR-Manager und Geschäftsführer der Beratungsagentur Link and Friends. Seit 2009 beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit im Mittelstand.