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Nachhaltiger einkaufen

Nachhaltige Online-Shops: Die besten Marktplätze im Überblick

von Robert Franzen, 25. August 2019 09:28
Zugegeben, Online-Shops sind schon praktisch. Drei Klicks und das Paket mit deiner Bestellung kommt in ein paar Tagen bei dir zu Hause an, bei Expresslieferung sogar noch schneller. Dass viele dieser Shops allerdings ein nicht sehr nachhaltiges Geschäftsmodell verfolgen, ist mittlerweile bekannt. Auch ethisch und steuerrechtlich sind viele der großen Online-Marktplätze fragwürdig. Wie gut, dass es auch andere Online-Shops gibt, die sich einem nachhaltigeren Konzept gewidmet haben - die besten stellen wir hier vor.

Einer der Vorteile der Digitalisierung ist der Online-Handel. Das Internet ermöglicht einen bequemeren und schnelleren Einkauf und bietet darüber hinaus noch eine viel höhere Auswahl an Produkten an, als es physische Geschäfte können. Da ist es auch kein Wunder, dass laut einer Umfragen 70% der Internet-User*innen ebenfalls regelmäßig Produkte online kaufen oder schon einmal etwas online gekauft haben. Gerade vor der Weihnachtszeit boomt das Geschäft der Online-Händler enorm, denn viele wollen sich entweder das Gedränge in den Städten sparen oder haben schlicht und einfach keine Zeit, stundenlang in der Geschäften nach Geschenken zu suchen. Aber auch so erfreuen sich viele Menschen das ganze Jahr über an den Annehmlichkeiten des Online-Shoppings. 

Das Problem: Abgesehen vom Transport der Waren erzeugen auch die Lager und Server der großen Händler Unmengen an CO2. Onlineshops benötigen ein leistungsstarkes Rechenzentrum mit Servern und Netzwerktechnik, die viel Energie und dadurch auch Wärme produzieren. Folglich brauchen sie ein Kühlsystem, das die Server auf Betriebstemperatur hält, entweder durch direkte oder indirekte Freiluftkühlung oder mittels Wasserkühlungstechnologie. Diese Kühlsysteme bringen einen hohen Energieverbrauch von mehreren Terawattstunden Strom sowie hohe CO2-Emissionen mit sich. Das ist natürlich gar nicht gut für die Umwelt. 

Das »Problem« mit den herkömmlichen Online-Shops

Zusätzlich zu den CO2-Emissionen sind auch andere Aspekte der Online-Shops bzw. des Online-Handels allgemein eher fragwürdig. So gibt es des öfteren Berichte über Steuerhinterziehungsskandale oder zweifelhafte Arbeitsbedingungen in den Lagern oder den Produktionsstätten. Auch bei diesen Themen sollte man sich als Konsument*in und Nutzer*in der großen Online-Shops die Frage stellen, ob man solche Unternehmen unterstützen möchte oder lieber auf Alternativen umsteigt.   

Auch bei den Waren selbst sollte man sich Gedanken machen, wo sie herkommen. Kauft man beispielsweise billige Elektronikgeräte aus Asien oder andere Waren von weiter her, kommt neben dem Transport auch hier der ethische, aber auch der ökologische Aspekt ins Spiel. Gerade China ist dafür bekannt, in Produktionsstätten gerne mal gegen gültiges Arbeitsrecht, in manchen Fällen sogar gegen das Menschenrecht zu verstoßen. Die Ausbeutung der Mitarbeiter*innen und umweltschädliche Produktionsweisen gehören vielerorts zur Norm. Aber auch in anderen Ländern wie Bangladesch oder den Philippinen arbeiten die Angestellten in teilweise miserablen Bedingungen - oft werden Produkte auch durch Kinderarbeit hergestellt. Gerade in der Textilbranche ist dies (leider) Gang und Gebe. 

Auf nachhaltige Online-Shops umsteigen 

Daher kann es als Verbraucher*in nicht schaden, wenn man auf nachhaltigere Online-Shops umsteigt. Hier gibt es mehrere Optionen. Auf der einen Seite bieten einige herkömmliche Online-Märkte ebenfalls die Möglichkeit an, über bestimmte Filter nach nachhaltigen Produkten zu suchen. Hier besteht aber das Problem, dass man zwar nachhaltige Produkte erwirbt, der Online-Marktplatz an sich aber trotzdem auch nicht-nachhaltige und von produktionstechnischer Seite eher fragwürdige Produkte anbietet. Um dies zu umgehen, kann man direkt auf alternative Portale setzen, die ökologische Fair-Trade-Ware anbieten. 

Wichtig ist natürlich auch der Transport. Auch hier kann viel CO2 eingespart werden, indem man die Pakete klimaneutral verschickt. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der direkte klimaneutrale Versand (z.B. durch Zug, E-Fahrzeuge oder Fahrrad) oder aber eine nachträgliche CO2-Neutralisation. Dies ist zwar weniger optimal das Ersteres, ist aber natürlich trotzdem ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Kompensiert werden die Emissionen meistens über die Pflanzung von Bäumen, Investitionen in Klimaschutzprojekte oder nachhaltige Energielieferanten in Entwicklungsländern oder Trinkwasseraufbereitung etc. Hier sieht man auch, warum erstere Lösung besser ist: Viele dieser Projekte brauchen lange, um realisiert zu werden und sind vor allen nicht alle gleich wirksam. 

Eine Kombination aus beiden Vorgehensweisen wäre also eine sinnvolle Maßnahme, um kurz- und langfristig dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dies ist wichtig, denn “Kostenloser Versand”, “Zustellung am selben Tag“ und andere Werbemittel der großen Online-Shops tragen dazu bei, dass der CO2-Ausstoß im Online-Handel rapide ansteigt. Ökologischer Versand versucht Bestellungen zusammenzufassen, wenn möglich nur E-Fahrzeuge und bei weiten Transportwegen Schiffe anstatt Flugzeugen einzusetzen, um den CO2- und Energieverbrauch so weit wie möglich zu senken. Wenn dann auch noch aufgeforstet, in nachhaltige Projekte und in erneuerbare Energien investiert wird (welche z.B. auch die Server kühlen könnten), kann das bequeme Shoppen am Rechner auch weiterhin sorgenfrei genutzt werden. 

Hier also eine kleine Übersicht an nachhaltigen und grünen Online-Shops: 

Laguna - Nachhaltige Produkte ohne Plastik

Laguna hat sich auf Produkte für Haushalt und Küche spezialisiert und setzt auf plastik-, schadstofffreie und umweltfreundliche Ware. Der Versand ist klimaneutral und alle Produkte sind in recycelbaren Materialien verpackt. Außerdem führt der Onlineshop eine eigene Rubrik mit schadstofffreien Produkten für Babys und Kinder.

WeltPartner

WeltPartner besticht durch ein großes Sortiment, dessen Produkte alle fair gehandelt werden. Der Shop ist vor allem auf Lebensmittel und Kunsthandwerk spezialisiert. 90% der Lebensmittel sind zudem bio-zertifiziert mit Filteroptionen für Veganes, Naturland Fair, Upcycling und bestimmte Handelspartner. Auch hier ist der Versand klimaneutral

Grüne Erde

Grüne Erde ist ein österreicher Online-Shop mit großem Sortiment mit den Schwerpunkten Wohnen, Schlafen, Kleidung und Kosmetik. Sie werben außerdem damit, dass die Produkte ohne »petrochemisch erzeugten Kunststoffe« auskommen und bei der Herstellung keine Gentechnik verwendet wurde. Auch super: Neben dem Online-Shop betreibt Grüne Erde auch noch physische Boutiquen in den größten Städten Deutschlands und Österreichs. 

Natur-made

Natur-made bietet ein reines Bio und veganes Sortiment an mit den Schwerpunkten Kosmetik, Lebensmittel und Reinigungsmittel. Im Blog finden sich auch viele leckere (vegane) Rezeptideen zum selber ausprobieren. 

Gretas Welt 

Gretas Welt hat ein mittelgroßes Sortiment mit den Schwerpunkten Kosmetik, Haushalt, Wohnen, verkauft dafür aber viele nachhaltige Marken und BDIH-zertifizierte und vegane Kosmetik. Laut eigenen Angaben bietet Gretas Welt nur Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen, die keine synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe sowie Parabene enthalten.

Lilli Green Shop 

Der Lilli Green Shop hat zwar ein relativ kleines Sortiment, dafür aber eine Auswahl an Produkten mit ungewöhnlichem Design, Recycling-Produkten sowie Unikaten. Jeder Artikel im Lilli Green Shop ist mit Symbolen gekennzeichnet, die Nachhaltigkeitsfaktoren wie faire Produktion, Recycling, Kompostierbarkeit oder Energieeffizienz offenlegen. Im Shop findet man zudem auch kreative und trotzdem nachhaltige Geschenkideen, wie zum Beispiel einen Weihnachtsbaum als 3D-Puzzle aus Recycling-Karton oder eine Vase aus recyceltem Altglas.

mehr grün 

Zur Zeit hat mehr grün noch ein einigermaßen kleines Sortiment, ist aber laut eigenen Aussagen noch im Wachstum und Aufbau, daher kommen regelmäßig neue Produkte hinzu. Der Fokus liegt auf Produkten für Haushalt, Wohnen und Familie. Dazu zählen Aufbewahrung und Geschirr, Beleuchtung und Deko, Kinderspielzeug und technische Geräte. Sie haben auch kreative Recycling-Produkte. Der Versand geschieht klimaneutral

memolife

Memolife ist ein grüner Onlineshop, der zunächst vor allem Büro- und Schulbedarf führte, inzwischen aber auch nachhaltige Mode und vieles mehr anbietet. So findet man nun neben Sachen für’s Büro auch für Dinge für den Haushalt, Möbel, Technik, Kleidung und Kosmetik. Bevor ein Produkt ins Sortiment aufgenommen wird, prüft Memolife es auf sozialverträgliche und umweltschonende Eigenschaften und orientiert sich dabei an anerkannten Siegeln wie Blauer Engel, BDIH, GOTS, Fairtrade oder den Labels der deutschen Anbauverbände. Neben dem optionalen klimaneutralen Versand ist sogar das Unternehmen selbst klimaneutral

avocadostore

Der avocadostore hat ein großes und breitgefächertes Sortiment, wo man eigentlich alles für den Haushalt und das Büro sowie Möbel, Mode, Technik findet. Er ist besonders interessant für Fans nachhaltiger Mode, weil er alle wichtigen Öko-Labels (z.B Lanius, Armedangels oder Greenality) führt. Die Produktauswahl findet anhand öko-sozialer Kriterien statt und durch das Shoppen unterstützt man laut eigenen Aussagen nachhaltige Wirtschaftskonzepte und faire Entlohnung und schont obendrein noch die Umwelt

fairmondo 

Fairmondo ist eine Online-Plattform, auf der Anbieter und Kund*innen jede Art von Artikeln ­­– sowohl neue als auch gebrauchte – kaufen und verkaufen können. Gefördert werden vor allem nachhaltige, fair gehandelte und qualitativ hochwertige Produkte. Man kann außerdem auch Produkte tauschen, leihen oder verschenken. Als Alternative zu vielen großen Riesenanbietern können hier z.B. auch sehr gut Bücher ver- oder gekauft, aber auch verschenkt oder getauscht werden. 

Beeanco

Beeanco ist ebenfalls ein Online-Marktplatz aus Österreich und bietet eine Vielzahl an Produkten und Dienstleistungen in sämtlichen Kategorien (diese reichen dabei über Möbel, Kleidung und Spielzeug bis zu Kapitalanlagen, Stromanbieter, uvm.). Dabei achtet Beeanco vor allem auf Ressourcenschonung, CO2-Einsparung, Lokalität, Nachhaltigkeit, Schadstoffreduktion und Fairness.   

Greenpicks

Greenpicks ist ein Onlineshop, der ausschließlich Produkte von ökologischen, fairen und sozial bewussten Herstellern anbietet. Sie haben ein großes Angebot an Bio-Mode, Upcycling-Möbeln, Bio-Lebensmitteln & Öko-Spielzeug. Laut eigenen Angaben ist das Upcycling, also aus (vermeintlichem) Müll neue Sachen herzustellen, ein zentrales Konzept des Online-Shops.  

Upcycling Deluxe 

Auch Upcycling Deluxe hat sich auf Upcycling spezialisiert. Dort findest du teils überraschende Unikate von über 50 verschiedenen Designer*innen, die alle fair produziert und aus Upcycling-Materialien wie Reifen, Airbags, Schläuchen und vielen mehr bestehen. Das Hauptaugenmerk liegt auf Wohnen, Fashion und Lifestyle und bei jedem Einkauf unterstützt man neben deutschen und europäischen ökologischen Produzenten auch viele soziale Kooperativen aus Südamerika, Afrika und Asien. Der Versand ist klimaneutral. 

buch7

Buch7 ist ein Online-Buchshop, der ein breites Sortiment an Literatur anbietet und die größten Teile seiner Gewinne an wohltätige Zwecke spendet. Diese reichen von sozialen bis hin zu umweltschützenden Projekten auf der ganzen Welt. Darüber hinaus wird das Büro durch Ökostrom betrieben und ein klimaneutrales Hosting für den Online-Shop genutzt.

Klimaneutraler Versand: 

Selbst wenn man nicht (immer) auf diesen nachhaltigen Online-Shops unterwegs ist, kann man auch bei den regulären Anbietern auf klimaneutraleren Versand achten. Folgende Dienste bieten diese Option an: 

DPD Total Zero

DPD gehört mit zu den Vorreitern des klimaneutralen Versands. Alle Pakete werden mittlerweile klimaneutral verschickt, sie fokussieren sich nach eigenen Angaben auch auf intelligente City-Logistik und haben 2016 eine Stiftung für soziales Engagement gegründet. 

DHL GoGreen

Die DHL hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Klimaeffizienz um 30 Prozent zu verbessern. Pakete werden allerdings nur deutschlandweit automatisch klimaneutral verschickt. Im Ausland wird ein Aufpreis fällig, der allerdings Klimaschutzprojekte in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Aufforstung auf der ganzen Welt unterstützt. 

GLS ThinkGreen

Bei GLS kann man die Option »Think Green« gegen einen Aufpreis dazu buchen. Das Geld fließt dann in Aufforstungsprojekte in Malaysia und Bolivien. 

UPS carbon neutral

UPS möchte seine Klimaeffizienz generell um bis zu 20 Prozent verbessern, mit der zusätzlichen Option »carbon neutral« werden die Pakete dann auch klimaneutral verschickt. Das erwirtschaftete Geld fließt dann in Projekte in Kolumbien, Thailand, China und den USA, die nach verschiedenen Standards zertifiziert sind. Dabei geht es unter anderem um Wasseraufbereitung und den Schutz von Wäldern.

Kennst du noch andere nachhaltige Online-Shops, die auf keinen Fall in der Liste fehlen dürfen? Dann schreib uns gerne eine Mail an team@nachhaltigejobs.de


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