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Zivilgesellschaft

Politisches Engagement: Wie auch du unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten kannst

von Nga Lam, 22. Mai 2019 10:45
Dich beschäftigt zurzeit ein bestimmtes politisches Thema und du möchtest dich dafür aktiv einsetzen, bist dir aber unsicher, wie? Für ein politisches Engagement stehen dir verschiedene interessante Möglichkeiten offen. Viele Formen des Engagements erfordern weder großen Zeitaufwand noch umfangreiche politische Vorkenntnisse, so dass es für jede*n möglich ist, etwas zu bewegen! Um dir die Suche nach einem passenden Engagement zu erleichtern, haben wir dir im folgenden Artikel einige Optionen zusammengestellt.

Viele Menschen glauben, dass sie keinen Einfluss auf die Politikentwicklung haben. Das ist einer der Gründe, weshalb die Wahlbeteiligung gerade bei jungen Menschen verhältnismäßig gering ist. Aber dieser Gedanke täuscht: Eine Stimme kann schließlich nur gehört werden, wenn sie auch erhoben wird. In Zeiten von Brexit, Trump und des Klimawandels ist das politische Engagement der Bürger*innen notwendiger denn je. Denn Politik passiert überall, zu jeder Zeit und geht jede*n etwas an.

Die Motive politisch aktiv zu werden, sind unterschiedlich. Die einen setzen sich für die erfolgreiche Integration von Geflüchteten, Einkommensschwache sowie für Menschen mit geringem Bildungsgrad ein, die anderen kämpfen z.B. für die Frauenrechte, den Klima- und Umweltschutz, bessere Lebensbedingungen oder für mehr Chancengleichheit.

Doch welche Wege gibt es überhaupt, um sich politisch einzubringen? Diese Frage wollen wir dir mit Hilfe der folgenden Übersicht beantworten.

In eine Partei eintreten

Die klassische Form sich auf direktem Wege politisch zu engagieren, ist der Eintritt in eine Partei. Wenn du in einer Organisation politisch aktiv werden möchtest, solltest du dir zunächst eine Organisation aussuchen, die mit deinen Wertvorstellungen übereinstimmt. Eine Frage, die auch zu beantworten wäre, ob du dich lokal engagieren möchtest, auf Landesebene oder auf nationaler Ebene. Wer sich für lokales Engagement interessiert, findet z.B. bei Kreisverbänden oder Regionalgruppen die passende Option. Der Weg dahin ist ganz simpel:

  1. Du gehst auf die Webseite der Partei.
  2. Du füllst ggf. (sofern vorhanden) den Mitgliedsantrag online aus.
  3. Du zahlst den Monatsbeitrag. Dieser ist abhängig von deinem Einkommen oder von der jeweiligen Region.

Mit dem Mitgliedsbeitrag unterstützt du auf indirektem Wege die Ziele der Partei. Durch die Mitgliedschaft hast du die Möglichkeit, z.B. an Mitgliedsversammlungen und teilzunehmen und bei Entscheidungen mitzureden. In einer Regionalgruppe kannst du z.B. bei der Organisation von Veranstaltungen und Infoständen mithelfen. Bei einem längerfristigen Engagement besteht natürlich auch die Option, einen offiziellen Posten innerhalb der Partei zu übernehmen und Politik aktiv mitzugestalten.

Wenn du dir unsicher bist, kannst du sie zunächst mal genauer unter die Lupe nehmen. Neben den allgemeinen Infos auf der Website gibt dir das jeweilige Parteiprogramm detaillierten Aufschluss darüber, wofür die Organisation steht, welche Interessensgruppen sie vertritt und welche politischen Ziele sie verfolgt. Falls noch Fragen offen bleiben, kannst du natürlich auch per Email oder persönlich (z.B. in einem Regionalbüro) mit der Partei in Kontakt treten.

Selbst eine Partei gründen

Für dein Anliegen gibt es noch keine Partei? Oder deine Interessen werden durch die bestehenden Parteien nicht ausreichend vertreten? In diesem Falle hat in Deutschland jede*r das Recht, eine eigene Partei zu gründen. Laut dem Parteiengesetz sind allerdings einige Punkte zu beachten, z.B.:

  • Der Parteivorstand muss aus mindestens drei Mitgliedern bestehen.
  • Deutsche Staatsbürger in der Partei müssen in der Mehrheit sein.
  • Der Sitz der Partei muss sich in Deutschland befinden.
  • Der Parteiname darf anderen Parteien nicht ähneln.

Jetzt gilt es, möglichst viele Mitstreiter*innen zu finden und ein eigenes Parteiprogramm zu entwickeln.

Petitionen

Du möchtest dich auf ganz einfachem Wege politisch engagieren? Versuch’s doch mal mit Petitionen! Petitionen sind Schreiben zu politischen Anliegen, die an politische Parteien und Politiker*innen gerichtet sind. Diese werden auf Petitionsplattformen wie z.B. campact, change.org, openPetition und AVAAZ oder auf der Internetseite des deutschen Bundestages online eingereicht.

Ehrenamtliche Mitarbeit in Initiativen, Lobbyverbänden, NGOs

Politik findet nicht nur im Bundestag statt. Auch Jugendverbände, Umweltorganisationen, lokale Initiativen wirken in der Politik mit. In jeder Stadt gibt es zahlreiche politische Organisationen, die dankbar für jede tatkräftige Unterstützung sind. Beispiele für politisch aktive Organisationen wären z.B. Germanwatch, Foodwatch, BUND, NABU oder die Deutsche Umwelthilfe.
Auch an vielen Universitäten und Hochschulen gibt es politische Initiativen. Wenn dir das Thema Bildung wichtig ist, besteht auch die Möglichkeit, sich in der Hochschulpolitik zu engagieren und z.B. als Mitglied des Fachschaftsrates, des Studierendenparlaments oder des AStA deiner Universität die Interessen der Studierenden zu vertreten.

Mitglied einer Gewerkschaft werden

Ob nun die Deutsche Bahn streikt oder Fluggesellschaften streiken - eines haben sie gemeinsam: Sie machen auf Missstände aufmerksam und setzen sich für eine Verbesserung ihrer Arbeitssituation ein, etwa für bessere Löhne, Arbeitszeiten oder mehr Mitbestimmung. Gewerkschaften entstehen bei einem freiwilligen Zusammenschluss von Arbeitnehmer*innen und vertreten die Interessen der Beschäftigten gegenüber Politk, Arbeitgebern und ihren Verbänden. So sind Gewerkschaften z.B. Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen und verleihen ihren Forderungen zur Not auch mit Streiks Nachdruck. Gewerkschaften sind überbetrieblich organisiert und vertreten in der Regel eine bestimmte Branche. Beispiele für bekannte Arbeitnehmerverbände sind Ver.di (Dienstleistungsbranche), die IG Metall (Metall-, Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie, Textil- und IT-Branche) oder die IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Teilnahme an Demonstrationen

Die Teilnahme an Demonstrationen und Streiks ist eine weitere Möglichkeit, sich politisch stark zu machen. Oft sehen wir in Zeitungen und auf den Straßen, wie Menschen zu einem bestimmten Thema protestieren und sich aktiv an die Öffentlichkeit wenden. Sie möchten gehört werden und auf der Dringlichkeit des Themas Nachdruck verleihen. Egal ob es z.B. um Tier-, Umweltschutz, Klimawandel, Bildungsgerechtigkeit oder andere Themen geht: Eine Demo ist und bleibt ein machtvolles Instrument, wenn sich Politiker*innen sich nicht ausreichend für deine Anliegen einsetzen.

(Lokal-)politische Veranstaltungen besuchen

Hier kannst du an offenen Diskussionsrunden teilnehmen, die Besucher*innen aufmerksam auf Probleme und Missstände machen und anderen Vorträgen zuhören. So gewinnst du wertvolle Anregungen und Informationen über Themen, die dir am Herzen liegen und lernst Gleichgesinnte kennen. Auch an Universitäten und Hochschulen gibt es Vorträge zu politischen Themen, bei denen du aktiv mitwirken kannst.

Politisches Engagement im Alltag

Auch im Alltag gibt es die Chance, sich politisch einzubringen. Du kannst durch das aktive Vertreten deines Standpunktes dein eigenes Umfeld, seien es z.B. Freunde oder Bekannte, für wichtige gesellschaftliche Themen sensibilisieren und im besten Fall ein Problembewusstsein schaffen. Durch eine konstruktive Diskussion und Meinungsaustausch gibst du ihnen möglicherweise einen Denkanstoß, der ihre bisherige Perspektive erweitert.

Spenden

Du möchtest lieber im Hintergrund aktiv werden und trotzdem einen Beitrag zum politischen Engagement leisten? Vereine sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um überhaupt als gemeinnützige Organisation erhalten zu bleiben. Sie finanzieren sich meistens über Spenden und Zuwendungen Dritter, da sie keine Gewinnziele verfolgen, sondern für sie der gemeinnützige Zweck im Fokus steht.



Du kennst weitere Möglichkeiten, die mit auf die Liste sollten? Dann schreib’ uns einfach eine kurze E-Mail an: team@nachhaltigejobs.de.


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