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Jobs im Freien

Raus an die frische Luft! - Jobs, bei denen du draußen in der Natur arbeiten kannst

von Charlotte Clarke, 15. September 2019 07:05
Die Sonne kannst du während deiner Arbeit nur durch das Bürofenster erahnen, Freigang gibt es nur in der Pause und vom stundenlangen Sitzen hast du schon Rückenschmerzen? Wenn diese Vorstellung bei dir akute Fluchtgedanken weckt, könnte es sich lohnen, über einen Job nachzudenken, bei dem körperliche Betätigung in der Natur dazugehört. Neben diversen Ausbildungsberufen gibt es auch einige Studiengänge und ungewöhnliche Weiterbildungen und mit Frischluft-Option zu entdecken. Schreibtisch adé!

Das Sitzen ist regelrecht zu einer »Volkskrankheit« geworden - mit vielen negativen Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Vor allem während die Arbeitszeit verbringen viele Menschen ihren Tag fast ausschließlich am Schreibtisch und/oder in geschlossenen Räumen. Doch nicht alle Jobs fesseln dauerhaft an den Schreibtisch. Vor allem bei den klassischen Ausbildungsberufen findet man Tätigkeitsbereiche, die noch Handarbeit und körperlichen Einsatz erfordern und dazu auch noch draußen mit Bezug zur Natur ausgeübt werden. 

Prinzipiell lässt sich als Faustregel festhalten, dass mit steigender Qualifikation der Anteil der Schreibtischarbeit steigt. Mit einem Universitätsabschluss sind zwar oftmals die Aufstiegschancen und somit die Verdienstmöglichkeiten höher, dafür gibt es für Akademiker*innen nur in Ausnahmefällen (die wir dir später vorstellen) noch Möglichkeiten, regelmäßig draußen zu arbeiten. Allerdings können viele Ausbildungen auch »dual« absolviert, d.h. ausbildungsbegleitend mit einem passenden Studium kombiniert werden, was durchaus ein Kompromiss in Bezug auf Gehaltsstufe und einer Balance zwischen Schreibtisch und Frischluft sein kann.

Aber auch für Menschen, die bereits eine berufliche Qualifikation erworben haben und sich nach mehr Bewegung sowie Arbeit in und mit der Natur sehnen, gibt es spannende Weiterbildungsoptionen und Zusatzqualifikationen, die berufsbegleitend durchgeführt werden können. Diese können entweder dafür genutzt werden, sich innerhalb des eigenen Fachgebiets ein wenig neu auszurichten bzw. die Arbeit mehr nach draußen zu verlagern oder um sich ein zweites berufliches Standbein aufzubauen, welches zum bisherigen Bürojob einen willkommenen Ausgleich schafft.

Tipp: Wer mit einer Weiterbildung liebäugelt, sollte vorher prüfen, ob die Kosten für den entsprechenden Kurs evtl. durch die sogenannte »Bildungsprämie« staatlich bezuschusst werden! Alle Informationen dazu gibt es auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Im Folgenden stellen wir dir einige, teils ungewöhnliche und eher unbekannte Möglichkeiten zur Weiterbildung sowie klassische Ausbildungsberufe und einige Studiengänge vor, bei denen die Möglichkeit besteht, einen großen Anteil der Arbeitszeit in der Natur verbringen zu können.


Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen mit Frischluftperspektive


Wildnispädagog*in

Die Wildnispädagogik will die Entfremdung der Menschen von der Natur ein Stück weit aufheben und stellt mit diversen Methoden (u.a. Wissensvermittlung, Wahrnehmungsübungen, naturhandwerkliche Fertigkeiten wie z.B. Feuer machen) die innere und äußere Verbundenheit zu natürlichen Prozessen und den eigenen Bedürfnissen wieder her. Zielgruppe der Kurse sind sowohl Kinder als auch Erwachsene, die zum einen in Nationalparks (z.B. in Form von Museen, Führungen oder Erlebnispfaden) und zum anderen von freien Natur- und Wildnisschulen angeboten werden. 

Es gibt im deutschsprachigen Raum einige freie Natur- und Wildnisschulen, wo man die entsprechende Weiterbildung zum/zur Wildnispädagog*in absolvieren kann. Deren Umfang variiert je nach Anbieter, wird aber meist in Form von Blockveranstaltungen angeboten, die in der Regel an mehreren Wochenenden stattfinden und sich über etwa 1 Jahr erstrecken. 

Pädagogisches Fachwissen (z.B. als Lehrer*in oder Erzieher*in) ist natürlich von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Wildnispädagog*innen können sowohl freiberuflich arbeiten als auch u.U. eine Festanstellung bei Nationalparks oder (Wildnis-)Schulen finden.

Beispiele für Natur- und Wildnisschulen sind:


Reittherapeut*in / Reitpädagog*in

In der Reittherapie werden Aspekte aus Psychologie, Pädagogik, Medizin und Pferdesport kombiniert, um das Wohlbefinden und die Entwicklung von Menschen mit seelischen Problemen sowie körperlichen oder geistigen Behinderungen zu fördern. Potentielle Arbeitgeber sind heilpädagogische und therapeutische Einrichtungen bzw. entsprechend ausgerichtete Reiterhöfe.

Die 1-2 jährige, berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich dabei in aller Regel an Menschen, die bereits über fundierte Kenntnisse im Umgang mit Pferden sowie reiterliche Praxiserfahrungen verfügen. Ein zusätzlicher fachlicher Hintergrund im Bereich Pädagogik wird bei manchen Weiterbildungsinstituten ebenfalls vorausgesetzt, es gibt aber auch Angebote für Quereinsteiger*innen.

Beispiele für reittherapeutische Weiterbildungsstellen:


Leiter*in für Gartenreisen

Als spezielle Form der Bildungsreisen liegen Gartenreisen voll im Trend. Zielorte können dabei Gärten und Grünanlagen in sowohl heimischen als auch exotischen Regionen wie z.B. Asien oder dem Orient sein. Die Reiseleiter*innen vermitteln den Teilnehmenden dabei Kenntnisse aus den Bereichen Botanik und Ökologie, aber auch historische, kulturelle und landschaftsarchitektonische Zusammenhänge (z.B. zu den einzelnen “Garten-Epochen”).

Zwar gibt es keine offiziell zertifizierte Weiterbildung zum/zur Gartenreise-Leiter*in, aber einige Reiseveranstalter, bei denen man sich als Reiseleiter*in bewerben kann. Dabei hilft es natürlich, bereits entsprechendes Fachwissen vorweisen zu können, z.B. eine Ausbildung zum/zur Gärtner*in oder Gartenbau-Ingenieur*in. Aber auch passionierte Hobbygärtner*innen können beim Vorhandensein fundierter Kenntnisse durchaus - auch im Rahmen einer Selbstständigkeit - den Einstieg finden und sich ein berufliches Standbein aufbauen.

Eine Auswahl an Reiseveranstaltern, die Gartenreisen anbieten:


Permakulturdesigner*in

Ursprünglich von einem australischen Wissenschaftler entwickelt, ist die Permakultur mittlerweile zu einem weltweit angewendeten Konzept und einer Nachhaltigkeits-Bewegung herangewachsen. Die Permakultur definiert Prinzipien und praktische Methoden zur Gestaltung von u.a. Gärten und natürlichen Landschaften, die sich stets an ethischen Leitlinien und natürlichen Ökosystemen als Vorbild orientieren. Zentrale Aspekte sind z.B. die Förderung biologischer Vielfalt und das Schließen natürlicher Kreisläufe.

Permakulturdesigner*innen planen und gestalten anhand dieser Prinzipien z.B. private Selbstversorger-Gärten, Waldgärten, landwirtschaftliche Nutzflächen oder stellen im Rahmen einer Renaturierung die Funktionsfähigkeit zerstörter Ökosysteme wieder her. Dazu gehören nicht nur die Bepflanzung der Flächen, sondern auch Gebäude, Wasser-/Energieversorgung und Bodenfruchtbarkeit werden in die Planung des Gesamtkonzepts einbezogen. Zudem lässt sich Permakultur auch auf größere Systeme wie ganze Siedlungen oder auch Unternehmensstrukturen anwenden. Permakulturdesigner*innen arbeiten in der Regel als Selbstständige.

Der Weg zum/zur Permakulturdesigner*in erfolgt in mehreren Stufen. Der sog. »72h-Kurs« bildet die Grundlage für die sich anschließende Weiterbildung zum/zur PK-Designer*in. Die gesamte Weiterbildung erstreckt, sich je nach Anbieter, auf etwa 2-3 Jahre, die Kurse finden in der Regel blockweise am Wochenende statt. Vorkenntnisse in den Bereichen Landschaftsarchitektur, Geografie, Biologie, Botanik o.Ä. helfen natürlich, die Kurse sind aber in aller Regel auch ohne Vorkenntnisse für jede*n offen. Im deutschsprachigen Raum gibt es bereits einige Anlaufstellen. Dazu gehören:


Bergführer*in

An bis zu 200 Tagen im Jahr auf den höchsten Bergen eine atemberaubende Aussicht genießen und die Wildheit der Bergwelt täglich unmittelbar spüren? Für freiheitsliebende Sportskanonen könnte der Beruf des/der Bergführer*in genau das Richtige sein. 

Die Weiterbildung ist anspruchsvoll - zum Kurs zugelassen werden vom Verband Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS) nur erfahrene Allrounder-Bergsteiger*innen, die ihr Können anhand eines dokumentierten Tourenberichts nachweisen müssen. Bis zum Erhalt des Zertifikats vergehen mind. weitere 3 Jahre, in denen theoretische und praktische Kurse in u.a. Felsklettern, verschiedenen Skidisziplinen, Eis- und Hochtouren sowie Wetterkunde, Orientierung, Bergrettung, Lawinenwissen und Ökologie auf dem Lehrplan stehen.

Bergführer*innen arbeiten fast ausschließlich selbstständig im Auftrag von Alpin- und Bergschulen und üben in der Regel noch weitere Tätigkeiten nebenbei aus - denn bei wenigen Berufen ist die Arbeitsfähigkeit so sehr abhängig von der körperlichen Leistungsfähigkeit und gleichzeitig das Verletzungsrisiko so hoch.

Mehr Informationen gibt es auf der Website des VDBS.


Phytopraktiker*in / Phytotherapeut*in / Kräuterpädagog*in

Bei der Phytotherapie handelt es sich um einen Bereich der Naturheilkunde. Phytopraktiker*nnen sind Kräuterfachfrauen und -männer, die sich die natürlichen Heilkräfte von Pflanzen und deren Aromen zu Nutze machen und ihr Wissen weitergeben. 

Phytotherapeut*innen arbeiten in der Regel als selbstständige Heilpraktiker*innen. Neben der Behandlung von Patient*innen, die meist in einer Praxis stattfindet, besteht aber auch die Option, als Kräuterpädagog*in z.B. Kräuterführungen in der Natur anzubieten, im Rahmen derer die Teilnehmenden erfahren, unter welchen Bedingungen die jeweiligen Heilpflanzen und essbaren Wildkräuter wachsen. Auch das Sammeln von wilden Kräutern oder sogar das Anlegen eines eigenen Heilpflanzengartens kann einen erheblichen Anteil der Arbeit ins Freie verlagern. Zudem kann die Herstellung und der Verkauf von Naturkosmetikprodukten ein weiteres Standbein sein.

Weiterbildungen zur/zum Kräuterfachfrau/-mann werden an Heilpflanzenschulen angeboten und umfassen u.a. die Themen Botanik, Ökologie, gärtnerische Grundlagen, das Anlegen einer Hausapotheke, die Herstellung von Tinkturen, Salben, Wickeln, und Tees, Naturkosmetik und die Anwendung von Heilpflanzen bei verschiedensten Krankheitssymptomen. Die Kurse sind in der Regel für jede*n offen, wer aber beruflich mit Patient*innen arbeiten möchte, sollte zunächst eine umfassende Ausbildung zum/zur Heilpraktiker*in in Betracht ziehen und sich dann auf den Bereich Phytotherapie spezialisieren.

Beispiele für entsprechende Weiterbildungsinstitute sind:


Ausbildungsberufe im Freien


(Landschafts-)gärtner*in

Der Klassiker unter den Jobs im Freien und perfekt für alle mit einem grünen Daumen! Je nach Schwerpunkt des Betriebs gehören neben der Planung, dem Anlegen und der Pflege von Grün- und Blumenflächen auch die Installation von z.B. Bewässerungsanlagen oder das Pflastern von Wegen und Terrassen zu den Tätigkeiten von Landschaftsgärtner*innen. Im Winter, wenn nichts gepflanzt werden kann, stehen überwiegend Schnitt- und Fällarbeiten auf dem Plan. Dabei gehört auch der Umgang mit schweren Maschinen zur täglichen Routine. Eine gute körperliche Verfassung ist daher Grundvoraussetzung. Dafür verbringt man in diesem Beruf tatsächlich die meiste Zeit draußen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann sowohl in öffentlichen/kommunalen als auch privat geführten Gärtnereibetrieben absolviert werden. Wer sich sehr für die technisch-ökonomische Ebene von landschaftsbaulichen Pojekten interessiert, kann eine Ausbildung z.B. an der Hochschule Weihenstephan mit dem »Bachelor of Engineering Landschaftsbau und Management« kombinieren.


Landwirt*in

Landwirt*innen stellen unsere Versorgung mit pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln und Rohstoffen sicher. Zudem wird der Beitrag der Landwirtschaft zur Energieerzeugung, z.B. durch den Betrieb von Biogasanlagen immer wichtiger. Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst u.a. Haltung und Zucht von Nutztieren, das Bedienen von schweren Maschinen zur Bodenbearbeitung sowie natürlich die Anzucht und Kultivierung von Nutzpflanzen. Die meisten Betriebe in Deutschland sind nach wie vor familiengeführt bzw. die meisten Landwirt*innen selbstständig. Führst du irgendwann einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, gehört daher ein nicht unerheblicher Anteil an Schreibtischarbeit dazu. Viele Betriebe sind auch gastronomisch tätig, z.B. in Form eines Hofcafés oder vermieten Gästezimmer.

In diesem Tätigkeitsfeld ist die körperliche Beanspruchung hoch, Arbeit am Wochenende und sehr frühes Aufstehen sind die Regel. Dafür bietet dieser Beruf einen sehr hohen “Draußen-Faktor”, engen Kontakt zu Tieren und einen unmittelbaren Bezug zur Natur. 

Da die konventionelle Landwirtschaft (vor allem die Massentierhaltung) auch einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen darstellt und u.a. durch den Einsatz von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemittels maßgeblich zum Artensterben beiträgt, empfiehlt sich im Sinne der Nachhaltigkeit definitiv die Suche nach einem Betrieb, der nach Standards des ökologischen Landbaus arbeitet.


Tierpfleger*in

Zu den Aufgaben von Tierpfleger*innen gehören neben der hygienischen Versorgung der Tierunterkünfte (sprich Ausmisten) und Fütterung auch die artgerechte Gestaltung der Gehege, denn jede Spezies hat andere Bedürfnisse. In Zoos und Tierparks sind die Pfleger*innen meist auf eine oder wenige Tierarten spezialisiert. Auch die Zucht von z.B. vom Aussterben bedrohten Arten kann Teil der Tätigkeiten sein.

Wie viel Zeit du als Tierpfleger*in mit deinen Schützlingen an der frischen Luft verbringst, hängt maßgeblich von deinem während der Ausbildung gewählten Schwerpunkt ab: Einige Tierpfleger*innen sind in Zoos, Naturparks, Tierheimen oder Tierpensionen tätig, andere im Bereich Klinik und Forschung, wo sie kranke Patienten in Tierkliniken oder Versuchstiere in Laboren versorgen. Diese haben bekanntlich wenig Freilauf nach draußen.


Pferdewirt*in

Wer sagt denn, das Leben sei kein Ponyhof? Als Pferdewirt*in dreht sich dein Berufsalltag vollständig um die Vierbeiner. Im letzten der drei Ausbildungsjahre kann du zwischen fünf Fachrichtungen wählen: Klassische Reitausbildung, Pferdehaltung, Pferdezucht, Pferderennen und Spezialreitwesen. Mögliche Arbeitgeber sind z.B. Reitschulen, Zuchtbetriebe, Rennställe oder Pferdekliniken.

Da sich Pferdewirt*innen überwiegend im Stall, auf der Koppel, der Rennbahn oder der Reithalle aufhalten, ist der Frischluft-Faktor dementsprechend hoch. Allerdings ist auch die Arbeit am Wochenende (z.B. an Reitschulen oder bei Turnieren) fester Bestandteil des Berufes. Erfahrung im Umgang mit Pferden bzw. Reitkenntnisse sind für diese Berufswahl natürlich sehr vorteilhaft.


Forstwirt*in

Den ganzen Tag im Wald verbringen: Das ist als Forstwirt*in möglich. Forstwirt*innen sind für den Erhalt, den Schutz und die Nutzbarkeit von Waldbeständen zuständig. Zu den Aufgaben gehören z.B. die Pflanzung und Pflege junger Bäume, die Holzernte, die Instandhaltung von Waldwegen, Maßnahmen zur Vorbeugung von Waldbränden sowie der Schutz der Gewässer und der tierischen Waldbewohner. Besonders bei der Holzernte und -bearbeitung gehört das Bedienen von schweren Maschinen (große Fahrzeuge, Motorsägen) zum Beruf dazu. Man sollte sich daher vor körperlicher Beanspruchung nicht scheuen und handwerklich-technisches Geschick mitbringen. Arbeitgeber sind in aller Regel städtische oder kommunale Forstbetriebe.


Winzer*in

Der Traumjob für Weinliebhaber*innen mit Frischluft-Bedürfnis! Als Winzer*in arbeitest du hauptsächlich in den Weinbergen und Betriebshöfen und kümmerst dich um die Pflege der Weinstöcke sowie die Weiterverarbeitung der Trauben nach der Lese. Auch wenn für einige Arbeitsschritte moderne Maschinen zum Einsatz kommen, ist der Anteil an Handarbeit in diesem Beruf sehr hoch - dies macht die Tätigkeit sehr vielseitig, aber die körperliche Belastung sollte nicht unterschätzt werden! Auch sollte man Bereitschaft für lange Arbeitstage (z.B. während der Weinlese) und das Arbeiten am Wochenende mitbringen.

Führst du irgendwann einen eigenen Betrieb, gehören u.a. auch die Vermarktung und der Vertrieb deiner Produkte zu deinen Aufgaben. Des Weiteren gibt es auch einige Studiengänge im Bereich Weinbau, die sich auf die wirtschaftlichen und technischen Aspekte fokussieren.


Naturfotograf*in / Naturfilmer*in

Wildlebenden Tieren in ihrer natürlicher Umgebung ganz nah kommen und ihre Schönheit festhalten, an exotische und unberührte Orte reisen und Geschichten erzählen - für viele Naturliebhaber*innen sicherlich ein Traumjob.

Leider gibt es dafür keine spezifische Berufsausbildung. Neben der Möglichkeit, sein privates Hobby zum Beruf zu machen, können auch klassische Ausbildungen wie z.B. zum/zur Fotograf*in oder zum/zur Kameramann bzw. -frau (oder ein Studium im Bereich Medien, Design, Kunst oder Fotografie) einen geeigneten Einstieg darstellen. Während der Ausbildung hat man dabei je nach Betrieb nicht zwingend etwas mit Natur zu tun, sondern verbringt die meiste Zeit im Studio bzw. im Hörsaal. Danach besteht jedoch die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Selbstständigkeit auf den Bereich Naturfotografie bzw. -filmografie zu spezialisieren. Potenzielle Kund*innen sind u.a. Naturmagazine, Verlage, Online-Plattformen oder TV-Sender. Auch die Vermarktung von eigenen Projekten, z.B. im Rahmen von Live-Vorträgen ist denkbar.

Wenn dich die Naturfotografie interessiert, schau doch mal in unser Interview mit dem Unterwasserfotografen Mike Sünder.  


Studiengänge mit Option nach draußen


Biologie

Mit einem Studienabschluss in klassischer Biologie stehen grundsätzlich viele Türen offen, aber davon führen längst nicht alle nach draußen. Wie bei den meisten naturwissenschaftlichen Studiengängen wird man primär auf eine wissenschaftliche Karriere vorbereitet, die in der Regel größtenteils vom Schreibtisch aus und im Labor geführt wird. Die meisten Biolog*innen forschen an Hochschulen und unabhängigen Instituten oder sind in verschiedenen Bereichen der Pharmazie-Branche tätig, vereinzelt auch in staatlichen Behörden.

Die Schreibtischarbeit wird man als Akademiker*in höchstwahrscheinlich nie ganz los, aber es gibt einige Spezialgebiete, wo Biolog*innen im Rahmen der Datensammlung oder von Forschungsexpeditionen zumindest teilweise in der Natur unterwegs sind. Dazu gehören die Meeresbiologie, die Botanik und vor allem der Bereich des Artenschutzes. Zu den Aufgaben im Freien gehören hier u.a. die Kartierung von Biotopen, die Entnahme von Boden- oder Gewässerproben oder das Beobachten bestimmter Tierpopulationen. Allerdings sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass diese Stellen genauso rar wie begehrt sind.

Das Studienfach Biologie wird an fast jeder deutschen Universität angeboten - bzgl. des Studienortes besteht also die Qual der Wahl.


Landschaftsökologie / Landschaftsplanung

Diese Studienfächer bilden eine Schnittstelle zwischen den Disziplinen Ökologie, Biologie, Geografie und Sozialwissenschaften und untersuchen die systemischen Zusammenhänge zwischen Landschaften, Klima, Ökosystemen und menschlichen Einflüssen auf die Umwelt. Landschaftsökolog*innen sind überwiegend an Forschungseinrichtungen, für Behörden oder teilweise auch privatwirtschaftliche Planungsbüros tätig und erarbeiten Natur- und Artenschutzstrategien sowie Pläne für die nachhaltige Gestaltung von Landschaften.

Wie bei allen akademischen Ausbildungen findet auch nach dem Studium ein erheblicher Anteil der Arbeit am Schreibtisch statt, allerdings gehört meist auch Freigang für die Datenerhebung, z.B. Probennahme, Fernerkundung, Landvermessung und Artenzählungen dazu.

Landschaftsökologie/-planung und ähnliche Fächer werden bundesweit an etwa 20 Hochschulen angeboten.


Geologie

Ein Studienfach, welches nach dem Abschluss in der Regel eine relativ ausgeglichene Balance zwischen Schreibtisch-, Labor- und Feldarbeit verspricht, ist Geologie. In diesem Tätigkeitsfeld ist man Spezialist*in für die Eigenschaften und Veränderungen des Bodens. Geolog*innen überprüfen z.B. im Vorfeld von Baumaßnahmen die Bodenbeschaffenheit oder weisen bestimmte Rohstoffvorkommen im Boden nach. Die Feldarbeit im Freien ist vielseitig und reicht von der Entnahme von Gesteinsproben, der Erstellung von Übersichtskarten bis hin zu geophysikalischen Messungen aus der Luft. Die Auswertung der Daten erfolgt dann am PC oder im Labor. Potentielle Arbeitgeber sind z.B. öffentliche Baubehörden und Stadtplanungsämter, privatwirtschaftliche Ingenieurbüros sowie Forschungseinrichtungen.

Geologie, Geowissenschaften und verwandte Studiengänge werden bundesweit an zahlreichen Standorten angeboten.

Du interessierst dich für weitere Studiengänge im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Dann schau doch mal in unseren Studienführer!


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