Ziviler Friedensdienst – Als Friedensfachkraft gewaltfreie Lösungen vermitteln

Ziviler Friedensdienst bedeutet vor allem Krisenprävention und zivile Konfliktbearbeitung. Für die Friedensfachkräfte ist das eine Arbeit zwischen Scheitern und Erfolg. Sie treten als Vermittler in eine andere Kultur ein und versuchen mit viel Geduld, festgefahrene Rollen und Stigmatisierungen aufzubrechen.
von Regina Rohland, 15. Dezember 2015 08:39

Die Kernaufgabe im Zivilen Friedendienst ist die zivile Konfliktbearbeitung. Wie sich die Arbeit mit den Menschen vor Ort gestaltet ist damit immer abhängig von der Situation und der Art des Konflikts. Oft gilt es zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu vermitteln und die Menschen für neue Lösungen zu sensibilisieren. Dies kann zum Beispiel über Rollenspiele und Gespräche erreicht werden. Zur Konfliktprävention gehört vor allem die Informations- und Kommunikationsstrukturen zu stärken, um gewaltsame Konflikte zu vermeiden oder zu entschärfen.

Daher kann es ebenso notwendig sein die Anliegen von benachteiligten Menschen zu vertreten und ihnen in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Damit verbunden ist oft, demokratische Rechte zu stärken und den Austausch unter den Menschen zu fördern. In manchen Gebieten werden dafür Journalisten ausgebildet, die der Bevölkerung eine Stimme geben sollen. Das Ziel des Zivilen Friedensdienstes ist dabei immer nachhaltig einen gewaltfreien Umgang zu ermöglichen.

Die Einsatzbereiche in Krisenregionen lassen sich aufgliedern in:

  • Konfliktprävention: Ausbruch von Konflikten und Gewalt verhindern
  • Gewaltminderung: Friedliche Konfliktbewältigung
  • Konfliktnachsorge: Friedensfördernde Strukturen aufbauen und Friedensicherung einrichten

Bei ihren Einsätzen kommen Friedensfachkräfte auch mit den Folgen von Katastrophen und Krieg in Berührung. In diesen Regionen ist es wichtig, die Rechtssicherheit vor Ort zu stärken und den Menschen neue Perspektiven aufzuzeigen. Unerlässlich ist auch psychologische Betreuung bei der Aufarbeitung von Traumata, zum Beispiel auch bei Soldaten die in die Zivilgesellschaft zurückkehren.

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Hinter den Helfern vor Ort steht der Zivile Friedensdienst. In ihm wirken staatliche und nichtstaatliche Träger zusammen, die sich im Konsortium Ziviler Friedensdienst zusammengeschlossen haben. Zu ihnen gehören staatlich anerkannte Entwicklungsdienste und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Die Zivilen Friedensfachkräfte werden in der Regel für einen Einsatz im Ausland für zwei bis fünf Jahre von Deutschland aus entsendet. Gefördert wird der Zivile Friedensdienst auch von der Bundesregierung und unter anderem im Programm vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) finanziert.

Friedensfachkräfte unterliegen ebenso wie Entwicklungshelfer den Reglungen des Entwicklungshelfer-Gesetz (EhfG). Grundvoraussetzungen für den Zivilen Friedensdienst sind eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium und daran anschließende mehrjährige Berufserfahrung. Im Idealfall ist der gelernte Arbeitsbereich mit der zivilen Konfliktbearbeitung verknüpft. Entsprechende Qualifikationen können auch anderweitig erworben werden.

Die Organisation der Friedenshilfe bieten gezielt Fortbildungsmöglichkeiten zur Konfliktbearbeitung, konfliktsensibles Projektmanagement oder Friedensarbeit im In- und Ausland an. Über Seminare, Workshops und Coachings können hier für den Friedensdienst notwendige Qualifikationen erworben werden.

Am häufigsten treten Menschen in den Zivilen Friedensdienst, die vorher in den Bereichen

  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Politik- und Sozialwissenschaften
  • Ethnologie
  • Rechtswissenschaften
  • Journalistik

beruflich tätig waren.

Kommunikation als Schlüssel zur Friedensförderung

Da die Einsatzkräfte vor Ort auch in Krisen- und Katastrophenregionen tätig sind und direkt mit der Bevölkerung zusammenarbeiten, entsteht oft ein enger Austausch. Dies verlangt von den Friedenshelfern nicht nur einen sehr guten Umgang mit Stress, sondern auch ein sensibles Gespür für die Kommunikation mit Menschen.

Zu den Anforderungen der entsendenden Organisationen gehören:

  • Sprachkenntnisse
  • Erfahrungen in Organisation
  • Fähigkeiten in Beratung und Vermittlung
  • Lösungsorientiertes Denken
  • Empathie
  • Geduld
  • Soziale Kompetenz

Die Einsatzgebiete für den Zivilen Friedensdienst sind derzeit einzelne Länder Asiens, zum Beispiel auf den Philippinen und Kambodscha, Teile von Osteuropa (Serbien, Kosovo, Mazedonien, Bosnien Herzegowina), die lateinamerikanischen Ländern Mexiko, Guatemala, Kolumbien, Bolivien und Peru, sowie weite Teile Afrikas, zum Beispiel Uganda, Simbabwe, Nigeria oder Senegal.

Mehr über die Organisationen, Informationen zum Zivilen Friedensdienst und Stellenangebote auf den Internetseiten der Mitglieder des Konsortiums Ziviler Friedensdienst:

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