Überblick zu den Instrumenten von Online Fundraising

  1. Eigene Website
  2. Suchmaschinenoptimierung
  3. Spendenformulare und Social Payment
  4. Spendenplattformen
  5. Freiwilligen-Plattformen
  6. Aktivisten-Fundraising
  7. Einkaufs-Plattformen
  8. Mobiles Fundraising
  9. Social Media und Storytelling
  10. Crowdfunding

Eigene Website

Mit der eigenen Website geht es im Grunde schon los. Hier kann sich jeder über das Programm und die Ziele der Organisation informieren. Daher sollte die Website übersichtlich aufgebaut sein und die Persönlichkeit der Organisation spiegeln.

Jederzeit können Elemente des Online Fundraisings in eine bestehende Website eingebunden werden. Als Alternative kann man eine separate Website aufbauen, die sich auf das Ziel "Fundraising" konzentriert und unabhängig von der Hauptwebsite gestaltet werden kann. Eine neue Website muss sich jedoch zuerst einen "Ruf" aufbauen, so dass sie beispielsweise in Suchmaschinen gefunden wird.

Hier ist die Suchmaschinenoptimierung (SEO) entscheidend, mit deren Hilfe die Website unter den vordersten Sucherergebnissen bei Google oder anderen Suchmaschinen landen kann. Interessenten finden so schneller die Website einer Organisation, die ihren Spendenwünschen entspricht. Dabei sollte langfristiges Ziel sein, den Seitenbesuchern wertvolle Inhalte anzubieten, beispielsweise in Form von Blog-Artikeln, Ratgebern, Community-Forum oder auch einem eBook. So werden Besucher, animiert regelmäßig vorbeischauen. Bietet man einen Newsletter an, werden die Interessenten fortlaufend über neue Projekte und Entwicklungen der Organisation informiert. Der Newsletter sollte ebenfalls ansprechend und übersichtlich sein und den Lesern einen Mehrwert anbieten, statt nur um Spenden zu bitten.

Kurzfristige SEO-Tricks, um in den Suchergebnissen ganz oben zu landen, werden früher oder später bestraft, diese daher gar nicht anwenden. 

Direkte Spenden lassen sich längst nicht mehr nur über die Angabe der Bankverbindung auf der Website gewinnen. Besonders leicht fällt das Spenden über ein Online-Spenden-Formular oder ein Bezahlsystem auf der Website. Beispielsweise hat "Aktion Deutschland hilft" nach dem schweren Erdbeben in Nepal 2015 eine Unterwebsite eingerichtet zur Kampagne "Nothilfe Erdbeben Nepal". Hier kann direkt, schnell und einfach per Spendenformular die Aktion unterstützt werden.

Auch kann man seine Website bei einem Anbieter für Social Payment anmelden, zum Beispiel Flattr, Paypal oder Laterpay. Per Klick können die Seitenbesucher so Spenden abgeben.

Unterstützung bei der Planung und Umsetzung solcher Tools auf der eigenen Website bieten verschiedene Agenturen. GRÜN spendino kann zum Beispiel mit Spendenformulare und Online Fundraising Tools helfen.

Online Plattformen

Immer mehr Organisationen nutzen auch Spendenplattformen, die in der Regel kostenlos sind. Gemeinnützige Organisationen können auf diesen Websites sich selbst oder gezielt Kampagnen und Projekte vorstellen. Die Besucher einer Spendenplattform erhalten einen Überblick zu spendensammelnden Organisationen und können sich über die einzelnen Anliegen informieren. So werden mehr Interessenten auf die eigene Organisation aufmerksam.

Soziale Projekte aus aller Welt können auf der Webseite kostenlos Geld- und Zeitspenden sammeln und sich beraten lassen. Zu den bekanntesten Spendenportalen gehören:

  • Betterplace.org - Raum und Beratung zum eigenen Spendenportal und  kostenlos Geld- und Zeitspenden sammeln 
  • Aktion Help Direct e.V. - Unterstützt gemeinnützige Organisationen bei Spenden-generierung im Internet
  • Einfachgeben.org - Non-Profit-Organisation bietet gemeinnützigen Organisationen Präsentationsraum, Unternehmen können sich sozial engagieren
  • Spendenportal.de - Netzwerk für gemeinnützige Organisationen. Projekte kennenlernen und per Mausklick spenden
  • GLS Spendenportal - Bietet gemeinnützigen Organisationen eine Spendenplattform
  • donare.de - Eigene Spendenplattform gestalten und einfacher Spenden sammeln

Immer mehr Menschen möchten nicht einfach nur Geld abgeben, um Gutes zu tun, sie wollen sich auch engagieren und das Team einer Organisation direkt unterstützen. Genau diese Personen kann man über Freiwilligen-Plattformen erreichen. Auf diesen Websites kann man den Interessenten unterschiedliche Möglichkeiten der freiwilligen Unterstützung eröffnen und ehrenamtliche Helfer finden. Für Online Engagements, auch Online Volunteering genannt, kann man Arbeiten anbieten die über das Internet erledigt werden können, zum Beispiel das Schreiben von Beiträgen oder Unterstützung in der Websiten-Betreuung. Gemeinnützige Organisationen und freiwillige Helfer können über die folgenden Seiten in Kontakt miteinander treten:

  • GuteTat.de - Hier begegnen sich Helfer und Organisationen, diese können kostenfrei ihre Projekte vorstellen
  • Betterplace.org - Deutschlandweit und international werden hier ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeschrieben
  • youvo - Engagement-Plattform für junge Kreative. Organisationen finden hier kreative Unterstützung zum Beispiel in der Öffentlichkeitsarbeit

Auch beim Aktivisten-Fundraising stehen die Menschen im Mittelpunkt. Spenden können hier durch Aktionen gesammelt werden. Auf diesen Websites rufen Organisationen Aktionen mit einem festgelegten Spendenziel ins Leben. Klassiker sind Aktionen mit einem sportlichen Einsatz wie einem Marathon. Den kreativen Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt. Besonders medienwirksam war zum Beispiel die "Ice Bucket Challenge" 2014 bei der Spendengelder für die Bekämpfung und Erforschung von ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gesammelt wurde.

Auf den folgenden Websites können Spendenaktionen für Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Privatpersonen geschaltet werden:

  • Alvarum - Organisationen können gemeinsam mit Unterstützern über Social Fundraising, Event-Fundraising, Firmenspenden und Online-Fundraising Gelder sammeln
  • spendet.org - Mitarbeiter starten Firmenspendenaktionen um Hilfprojekte einer Organisation zu fördern
  • RALLY.org - Eigene Aktion starten oder einer anschließen und Organisationen und Projekte fördern
  • Helpedia - Portal für persönliche Spenden-Sammel-Aktionen. Organisationen könne sich direkt registrieren 

Spenden könne auch über Einkaufs-Plattformen eingenommen werden. Die Konsumentinnen und Konsumenten entrichten direkt bei ihrem Einkauf ohne Aufpreis eine Spende an eine Organisation. Diese müssen dabei allerdings eine Provision an den Online-Shop zahlen. Kostengünstiger kann es sein den Shop auf der eigenen Seite anlegen. OxfamUnverpackt zum Beispiel ist ein Online-Geschenkshop von Oxfam Deutschland e.V., der auch über Facebook erreichbar ist.

In den folgenden Shops können sich Vereine und Organisationen registrieren:

  • Schulengel - Bei jedem Einkauf kann man auswählen welche Organisation oder Projekt man unterstützen möchte 
  • Boost - Gemeinnützige Organisationen können sich einfach registrieren 
  • elefunds - Kaufbeträge aufrunden und an gemeinnützige Organisationen spenden
  • gooding - Hier kann jeder seinen Verein registrieren und so Spenden sammeln
  • clicks4charity - Organisationen können sich selbst registrieren und Projekte präsentieren

Foto: © Oliver Adria
Mobile Fundraising

Durch starke Nutzung von Smartphones wird auch das Mobile Fundraising immer interessanter. Beispielsweise stehen da Anbieter, die es Organisationen ermöglichen, Spenden per SMS zu empfangen. Dabei geht ein Teil der SMS-Kosten als Transaktionsgebühr an den Mobile-Service-Anbieter. Aber auch Apps die fortlaufend über die Organisation informieren und zum Spenden einladen können sich lohnen. In die App integrierte Spendenformulare ermöglichen den Nutzern eine schnelle unkomplizierte Buchung ihrer Spende.

Weitere Tipps zum Mobilen Fundraising unter Fundraising-Trends.de. Unterstützung bei der Umsetzung finden Organisationen bei Altruja  und bei FundraisingBox, zum Beispiel zum Spenden mit QR-Code. Eine weitere interessante App ist beispielsweise nate, die es Nutzern ermöglicht, beim Smartphone-Entsperren - durch Einblenden von Werbung - automatisch spendet.

Social Media

Ein Projekt richtig gut im Social-Media-Bereich zu präsentieren erfordert etwas Fingerspitzengefühl und Know-How. Der Umgang mit Social Media ist für viele Menschen recht persönlich. Hier können Interessenten sehr emotional und direkt angesprochen werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten hängen allerdings stark von dem gewählten Kanal ab. Besonders wichtig sind oft Storytelling und gute Fotos, beides genau auf die Zielgruppe abgesteckt. Im Storytelling verfasst man eine Geschichte, die das aktuelle Projekt oder die Werte der Organisation erzählt. Die Geschichte sollte interessant und überraschend sein oder vielleicht sogar auf den persönlichen Hintergrund zurückgreifen. Ähnlich wie eine Reportage sollte sie einen tieferen Einblick in ein bestimmtes Thema geben und erzählend formuliert werden.

Die Story kann sehr gut mit Fotos unterstützt werden. Bei den Fotos ist eine gute Qualität ebenso entscheidend wie die Bildwahl selbst. Schlechte Fotos können unprofessionell und lieblos wirken. Das Motiv sollte zur Kampagne und den Zielen passen, aber auch Raum für kreative Elemente ist wichtig. Hier gilt das gleich wie beim Storytelling, das Bild sollte berühren. Gute Beispiele zum Storytelling sind auf urbansurvivors.org zu finden.

Bei aktuellen Krisen und Katastrophen erzielen Spendenaufrufe im Social Media Sektor große Aufmerksamkeit und Spendengewinne. Die Menschen werden schnell informiert und können sofort reagieren. Einem direkten Austausch steht nichts im Weg. So auch bei der Aktion "Flüchtlinge Willkommen", einer Plattform die bundesweit privaten Wohnraum an Geflüchtete vermittelt. Also zum Beispiel in einer WG. 

Crowdfunding

Einige Start-Ups oder auch Organisationen sammeln Gelder für die Verwirklichung ihrer Projekte und Ideen über Crowdfunding. Meist wird dazu übers Internet zu einer Aktion aufgerufen. Eine Vielzahl von Menschen trägt zur Finanzierung eines Projekts, Produkts oder Start-Ups bei.

Vorsicht! Crowdfunding fällt rechtlich gesehen nicht unter Spenden, da die Unterstützer mit Abschluss der Kampagne eine reale oder auch nur symbolische Gegenleistung z.B. namentliche Erwähnung erhalten.

Wer sich dennoch für Crowdfunding interessiert findet unter den folgenden Seiten weitere Informationen und Plattformen, um seine Idee den Menschen vorzustellen:

  • ecocrowd - Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte
  • oneplanetcrowd - Ökosoziale Crowdfunding-Plattformenfür Unternehmen
  • Green Rocket - Crowdfunding für nachhaltige Unternehmen mit den Zukunftsthemen Energie, Umwelt, Mobilität und Gesundheit
  • inkubato - Crowdfunding für kreative Projekte aus allen Lebensbreichen
  • Startnext - Crowdfunding für kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups

Noch nicht genug?

Weitere Webseiten, die über Online Fundraising informieren, Tipps geben und vernetzen:

Fundraising-Handbuch
Kostenloses Handbuch rund um Online Fundraising und Strategien: Wie aus Interessenten und Erstspendern Mehrfach- oder Dauerspender werden können? Wie sagt man "richtig" Danke für die Spenden? Initiative von betterplace lab.

Online Fundraising: Instrumente, Erfolgsfaktoren, Trends von Thilo Reichenbach (PDF)
Fakten zum Medium Internet und wie sich Online Fundraising umsetzen lässt. Tipps und Infors zu allen Instrumenten. 

    Sozialmarketing.de
    Wissenstransfer, Professionalisierung und Vernetzung rund um die Themen Fundraising und digitale Kommunikation.

    FundraiserMagazin
    Informiert fortlaufend über internationale Entwicklungen im Fundraising, Praxis-Tipps und Hinweise zu Fachliteratur.

    Webinar Einführung Online Fundraising
    Altruja GmbH hat Webinare umgesetzt und online gestellt. Hier und  weiterführenden Videos werden Online Fundraising und verschieden Strategien behandelt.