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Remote Jobs mit Sinn – Bei diesen nachhaltigen Arbeitgebern kannst du ortsunabhängig arbeiten

von Charlotte Clarke, 1. März 2022 07:09
Wie bis vor einigen Jahren vorrangig in der IT-Branche üblich, bieten mittlerweile immer mehr Arbeitgeber aus verschiedensten Branchen ihren Mitarbeitenden ortsunabhängige (remote) Stellen an. Du liebäugelst mit einem remote Job und möchtest gleichzeitig positiv in der Welt wirken? Dann erfahre hier alles über die Vorteile und Herausforderungen des Remote-Arbeitens und entdecke, bei welchen verantwortungsvollen Arbeitgebern diese flexible Form des Arbeitens bereits gang und gäbe ist!

Was bedeutet es, »remote« zu arbeiten? 

Unter remote Arbeit versteht man, dass einige (oder auch sämtliche) Tätigkeitsbereiche innerhalb des Unternehmens dezentral ausgeübt werden, d.h. die betreffenden Mitarbeitenden pendeln zum Arbeiten nicht in eine Bürozentrale, sondern erledigen z.B. von zu Hause aus ihre Arbeit. Viele Arbeitgeber übernehmen, falls gewünscht, zudem die Kosten für einen Schreibtisch in einer Coworking Space in der Nähe des Wohnorts der Mitarbeitenden.

In einigen Fällen bedeutet dies, dass die Teammitglieder von völlig verschiedenen Regionen aus arbeiten oder sogar in unterschiedlichen Ländern verortet sind. Die gesamte Aufgaben-Organisation und Kommunikation innerhalb des Teams wird dabei mit Hilfe entsprechender digitaler Tools abgewickelt.

Man könnte also sagen, remote Arbeit ist eine besonders »fortgeschrittene« Art des Home Office – nur, dass bei remote Jobs die Mitarbeitenden nicht nur ein paar Tage in der Woche, sondern komplett von zu Hause aus arbeiten (und ggf. gar keinen eigenen Büroplatz in der Firmenzentrale haben) und nur in Ausnahmefällen (z.B. für wichtige Meetings oder Teambuilding-Maßnahmen) vor Ort anwesend sind. 

Besonders oft sind remote Stellen in Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen (z.B. Online-Plattformen oder Webentwicklung) zu finden, aber im Zuge der Corona-Pandemie haben viele Arbeitgeber unterschiedlichster Branchen die Vorzüge des dezentralen Arbeits für sich entdeckt, so dass remote Stellen immer häufiger ausgeschrieben werden. Auch wir bei NachhaltigeJobs arbeiten mit unserem kleinen Team zu 100 % remote :)

Die Vorzüge der remote Arbeit 

Die Vorteile für remote Mitarbeitende liegen auf der Hand: Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie kann dadurch vereinfacht werden. Auch ein Umzug für den neuen Job wird in aller Regel somit überflüssig. Vor allem entfällt die tägliche, Lebenszeit raubende Pendelei ins Büro. 

Letzteres hat nicht nur persönliche Vorteile für die Mitarbeitenden (mehr Zeit, geringere Spritkosten, weniger Stress durch das Im-Stau-Stehen etc.), sondern auch ganz unmittelbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt: Denn der Verkehrsaufwand, der allein durch Berufspendler:innen verursacht wird, macht laut dem Umweltbundesamt stolze 18 % des Gesamtverkehrsaufwands aus. Hier besteht also ein riesiges Potential zur Reduzierung von CO2-Emissionen, Feinstaub- und Lärmbelastung!

Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Zudem ist es mit einem remote Job meist ohne Probleme möglich, öfter den Aufenthaltsort zu wechseln und z.B. eine längere Reise oder einen Auslandsaufenthalt mit der Arbeit zu verbinden (diesen Lebensstil dürften die sog. Digital Nomads perfektioniert haben).

Das ortsunabhängige Arbeiten von möglichst schönen Orten aus hat sogar einen eigenen Namen: Die sog. Workation. Diese Wortneuschöpfung setzt sich aus »Work« und »Vacation« zusammen und bezeichnet somit eine Mischung aus Arbeit und Urlaub – im besten Falle springt man in der Mittagspause ins Meer oder erholt sich in der Natur. Mittlerweile gibt es auch Anbieter (darunter z.B. Thriving Nomads), die Workations organisieren und angefangen bei Coworking Spaces, Unterkunft, Verpflegung bis hin zu Freizeitangeboten ein Rundum-Sorglos-Paket anbieten. 

Gezielt nach solchen Angeboten suchen kannst du z.B. auf Workation.de. 

Einen Schritt weiter gehen sog. Co-living Projekte, die oftmals in ländlichen Gegenden entstehen und bei denen die Gemeinschaft stark im Vordergrund steht: Hier arbeiten – und leben – die remote Worker:innen für einen längeren Zeitraum in einer Community und erproben dabei oftmals auch neue, zukunftsfähige Formen des Zusammenlebens oder beleben Dörfer, die stark unter Einwohnerschwund leiden, wieder neu. 

Eine Liste an Co-living Communities findest du z.B. auf Economadia.

Herausforderungen des ortsunabhängigen Arbeitens

Doch remote Arbeit hat natürlich nicht nur Vorteile, sondern birgt auch große Herausforderungen. Die größte Herausforderung ist dabei naheliegenderweise die Kommunikation sowie die Herstellung zwischenmenschlicher Verbindung innerhalb des Teams: Die klassische Kaffeepause oder den »Flurfunk« gibt es nicht, so dass andere Maßnahmen gefunden werden müssen, damit Kolleg*innen sich auch informell austauschen und eine vertrauensvolle, persönliche Verbindung aufbauen können. Dies kann z.B. in Form von regelmäßig stattfindenden, informellen virtuellen Teamtreffen realisiert werden, bei denen man sich in lockerer Atmosphäre auch auf persönlicher Ebene austauschen kann. Diese Förderung von zwischenmenschlichen Verbindungen ist besonders beim Onboarding-Prozess, sprich bei der Einarbeitung von neuen Teammitgliedern, eine ganz besondere Herausforderung.

Grundsätzlich erfordert die remote Arbeit naheliegenderweise eine selbstständige, eigenverantwortliche Arbeitsweise und eine gute Selbstorganisation. Wenn du mit einem remote Job liebäugelst, sollte dir eines bewusst sein: Den Großteil deiner Arbeitszeit verbringst du allein und bist zu einem hohen Grad selbst dafür zuständig, deine Aufgaben sowie Arbeits- und Pausenzeiten selbst zu organisieren. Das Risiko, dass im Home Office nicht nur die räumlichen, sondern auch mentalen Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen und man abends “nur noch mal eben” berufliche E-Mails beantwortet, ist hoch. Daher ist es als remote Worker:in umso wichtiger, Erholungs- und Feierabendzeiten – sowohl für sich selbst auch nach außen gegenüber den Kolleg:innen und Vorgesetzten – klar zu kommunizieren und sich daran zu halten.

Wem das Arbeiten im Home Office zu einsam ist, hat die Möglichkeit, sich einen Schreibtisch in einer Coworking Space zu mieten, die mittlerweile in fast allen größeren Städten zu finden sind. Hier bilden Gründer:innen, Selbstständige und Remote Worker:innen eine Bürogemeinschaft. Gerade weil die Co-Worker:innen nicht aus dem eigenen Unternehmen stammen, kann diese Erweiterung des Netzwerkes äußerst bereichernd sein. Die Mietkonditionen der meisten Coworking Spaces sind in der Regel flexibel – angefangen von einem tageweise genutzten Schreibtisch bis hin zu einem eigenen Büroraum ist vieles möglich. Einige Coworking Spaces haben sich auf bestimmte Branchen (z.B. Kreative, IT) spezialisiert und veranstalten regelmäßig gesellige Events.

Eine Übersicht von Coworking Spaces mit Fokus auf Nachhaltigkeit findest du hier.

Remote erfordert ein neues Verständnis von Führung

Aus der Perspektive der Führungskräfte erfordert die Leitung eines remote Teams ganz neue Fähigkeiten und Führungskompetenzen – allen voran Vertrauen an die Selbstverantwortung der Mitarbeitenden, denn eine Kontrolle, z.B. der Arbeitszeiten, ist logischerweise kaum möglich (und im Idealfall auch gar nicht nötig). Dennoch ist es eine zentrale Aufgabe der Führungskräfte, ihre remote Mitarbeitenden zu motivieren, Zugehörigkeit zum Team und eine Identifikation mit den Unternehmenszielen und -visionen herzustellen. Besonders wichtig ist ein regelmäßiger und fest eingeplanter Austausch mit den Mitarbeitenden, in dessen Rahmen sich bewusst Zeit für Feedback und Lob genommen wird. Arbeitet nur ein Teil der Belegschaft remote, ist es zudem wichtig, die Kriterien, die zu einer Beförderung führen, sehr bewusst zu reflektieren – einer der häufigsten Kritikpunkte an der remote Arbeit ist nämlich, dass Mitarbeitende, die nicht vor Ort sind, bei einer Beförderung potentiell benachteiligt werden können, da sie schlicht weniger sichtbar sind und ggf. über weniger »Vitamin B« verfügen.

Diese Arbeitgeber schreiben regelmäßig remote Jobs aus:

BRUNA The Label

Das Schmucklabel mit Sitz in Österreich achtet bei seinen Kollektionen sowohl auf eine umweltfreundliche Beschaffung der Rohstoffe als auch auf deren verantwortungsvolle und nachhaltige Verarbeitung. Im Rahmen der Mitgliedschaft bei 1% for the Planet spendet BRUNA zudem 1 % des Jahresgewinns an Umweltorganisationen.

Campact

Die Non-Profit-Organisation zeichnet sich durch ein breites Themenspektrum aus und setzt sich mit aufwendigen, kreativen politischen Kampagnen u.a. für Soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ein.

Ecosia

Googlest du noch oder pflanzt du schon Bäume? Die Suchmaschine Ecosia ist die nachhaltige Alternative zu Google. Das in Berlin ansässige Non-Profit-Unternehmen reinvestiert die gesamten Gewinne in Klimaschutzprojekte, vor allem in Baumpflanz-Projekte, und geht verantwortungsvoll mit den Daten der Nutzer:innen um.

Grover

Konsum von Elektronik-Geräten neu gedacht: Über Grover kannst du Technik (u.a. Smartphones, Kopfhörer, Spielkonsolen, Notebooks uvm.) gegen eine monatliche Gebühr mieten, statt die Geräte zu kaufen. 

komoot

Die Routing-App komoot hilft bei der Planung von Outdoor-Aktivitäten, z.B. für Wanderungen, Radtouren und Bergsteiger:innen. Neben einer Navigations-Funktion besteht die Möglichkeit, eigene Touren mit der Community zu teilen.

Mozilla

Die bekanntesten Anwendungen von Mozilla sind wohl der Firefox-Internetbrowser sowie der Email-Client Thunderbird. Mozilla entwickelt Open Source Software, deren Code frei einsehbar ist und die für jede:n kostenlos zugänglich ist. Die Organisation selbst ist gemeinnützig und macht mit den Daten der User:innen keinen Profit.

Netzwerk Chancen

Das Sozialunternehmen setzt sich für die Chancengerechtigkeit von jungen Menschen und mehr Diversität in Unternehmen ein. Mit Workshops, Mentoring, einem starken Netzwerk und Kontakten zu Arbeitgebenden werden junge Menschen gefördert, die z.B. in finanzschwachen und nichtakademischen Verhältnissen aufgewachsen sind

RECUP

Mit einem deutschlandweiten Mehrweg-Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher und Fast Food-Schalen sorgt das Unternehmen dafür, dass die Plastikmüllberge aus Einwegverpackungen etwas kleiner werden. Mehr zu RECUP in unserem Interview.

SumofUs

Die Mission dieser Nichtregierungsorganisation (NGO) lautet »Menschen vor Profit!« SumOfUs setzt sich dafür ein, die immer größer werdende Macht von Konzernen einzudämmen und mit politischen Kampagnen dafür zu kämpfen, dass Unternehmen respektvoll mit der Umwelt, ihren Angestellten und der Demokratie umgehen.

Tomorrow’s Education

Ein Kooperationsprojekt mehrerer Hochschulen, welches allen Menschen Zugang zu innovativen, digitalen Lernformaten zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit verschaffen möchte.

Vaayu

Das Tech-Unternehmen mit Sitz in Berlin entwickelt Software-Tools, die Einzelhandelsunternehmen dabei helfen, die CO2-Emissionen ihrer Produkte entlang komplexer Lieferketten zu kalkulieren und zu reduzieren.

Wikimedia

Wikimedias Mission ist der offene und gerechte Zugang zu Wissen und Bildung. Das wohl mit Abstand bekannteste (aber bei weitem nicht das einzige) Projekt von Wikimedia ist uns allen aus dem Alltag gut bekannt: Die freie Enzyklopädie Wikipedia.

Wildling Shoes

Dieser innovative Schuh-Hersteller entwickelt Barfuß-Schuhe, die nicht nur gut für die Gesundheit unserer Füße sind, sondern auch fair produziert und größtenteils aus Naturmaterialien hergestellt werden. Mehr zu Wildling Shoes in unserem Interview.

Zolar

Zolar bietet verschiedene Finanzierungsmodelle für Solaranlagen an: Hausbesitzer:innen können entweder eine eigene Photovoltaik-Anlage kaufen oder ohne große finanzielle Investition mieten. Zolar unterstützt zudem bei der Installation und Wartung. So kann jede:r von günstigem Strom vom eigenen Dach profitieren und einen wertvollen Beitrag zur Energiewende leisten.



Du kennst weitere verantwortungsvolle Arbeitgeber mit spannenden remote Stellen? Dann schreib uns gerne eine Mail!



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